Kategorien: Allgemeines

Erleuch­tung und das Lei­den des Menschen

Erleuch­tung – der Aus­weg aus dem irdi­schen Leid?

Nicht weni­ge Men­schen suchen Erleuch­tung. Das tun sie meist durch Medi­ta­ti­on oder ande­re spi­ri­tu­el­le Prak­ti­ken, wie zum Bei­spiel Aske­se oder Man­tren oder Ähn­li­chem. Und die Fra­ge stellt sich doch dann: War­um tun sie das?

Ich könn­te eine ähn­li­che Fra­ge auch Dir stel­len: War­um schaust Du die­ses Video? Doch nicht wegen mei­nen blau­en Augen, oder? Du hast doch einen Grund dafür. Du bist auf der soge­nann­ten „spi­ri­tu­el­len Suche”.

Doch was suchst Du? Die meis­ten Men­schen ant­wor­ten dann: „Inne­ren Frie­den, Erlö­sung, Erfül­lung, Glück­se­lig­keit” oder so etwas in der Art. Doch das sind alles ja nur Wor­te und neu­er­li­che Kon­zep­te. Viel span­nen­der ist dabei doch die Fra­ge: „Was willst Du ver­mei­den, durch den inne­ren Frie­den oder die Glück­se­lig­keit, die Du suchst”.
Was in Dei­nem Leben möch­test Du „weg­ha­ben” und ver­mu­test, dass dann end­lich alles gut wäre?

So, zum Beispiel:
„Wenn ich end­lich kei­ne Geld­pro­ble­me mehr habe, dann wäre alles gut.” oder
„Wenn ich nicht mehr trau­rig oder depres­siv wäre, dann wäre alles gut.” oder
„Wenn ich nicht mehr allei­ne wäre, den rich­ti­gen Part­ner hät­te, dann wäre alles gut.” oder
„Wenn es in mir nicht mehr so unru­hig, unan­ge­nehm wäre, dann wäre alles gut.” oder
„Wenn ich end­lich Erfül­lung fän­de, dann wäre alles gut.”

Das sind jetzt nur alles Bei­spie­le, die auf Dich mehr oder weni­ger zutref­fen können.

Nun – und weil man alle ande­ren Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft hat, die man so kennt, wen­det man sich dann frü­her oder spä­ter der Spi­ri­tua­li­tät zu. Sucht Befrei­ung, Lin­de­rung oder – ganz direkt – Erleuchtung.
https://www.youtube.com/watch?v=7ZhixQt3Gfg
Und das ist der wich­tigs­te Punkt in die­ser gan­zen Sache: Es ist nicht die Erleuch­tung, die Dich zieht. Es ist nicht die Aus­sicht auf „inne­ren Frie­den”, der Dich zur Suche treibt. Denn inne­rer Frie­den hat kei­nen Eigen­cha­rak­ter. Es gibt ihn gar nicht. Inne­rer Frie­den ist das, was ÜBRIG BLEIBT, sobald sich das erlöst, was Du nicht haben möch­test in Dir und Dei­nem Leben.
Ich sage es noch­mals, weil das der Kern der Mise­re ist. Erst wenn Du die­se Wahr­heit VOLL UND GANZ anneh­men kannst, wirst Du einen gro­ßen Schritt wei­ter sein:

Inne­rer Frie­den ist das, was ÜBRIG BLEIBT, sobald sich das erlöst, was Du nicht haben möch­test in Dir und in Dei­nem Leben.

Ver­stehst Du? Die Suche nach Erleuch­tung ist kei­ne Bewe­gung auf etwas zu, son­dern eine Bewe­gung von etwas weg, was man nicht haben möch­te, wovor man Angst hat. Und solch eine Bewe­gung, die etwas uner­wünsch­tes ver­mei­den soll, nennt man Flucht.

Ich behaup­te der eigent­li­che Grund dafür, dass Men­schen soge­nann­te „spi­ri­tu­el­le Hand­lun­gen” voll­zie­hen, ist dass sie vor der Welt, ihrem Leben und sich selbst flüch­ten wollen.

Und das ist der Grund war­um man ein Leben lang in Ashrams leben kann, medi­tie­ren kann, Man­tras sin­gen kann oder was auch immer. Ein Leben lang kann man das tun und doch wird man nie erleuch­tet wer­den. Der wah­re Weg der Selbst­er­kennt­nis ist NICHT die Suche nach Glück­se­lig­keit oder Erleuchtung.
Tat­säch­lich geht der wahr­haf­ti­ge Weg der Selbst­er­kennt­nis genau in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Er erforscht das, was Du nor­ma­ler­wei­se ver­mei­dest. Er geht dahin, bringt Bewusst­heit dort­hin, wo Du nicht sein möch­test. Er durch­dringt die Tei­le in der Welt, in Dei­nem Leben und in Dir, die Du nicht haben willst.

Ich kann es gut an einem Bild erklären.
Hier siehst Du eine durch­schnitt­li­ches bun­des­deut­sches Wohn­zim­mer. Was dar­an auf­fällt ist, dass es sehr unor­dent­lich und dre­ckig ist. Stel­le Dir ein­fach mal vor, dass die­ser Raum Dein Leben ist – so etwas, wie Dein inne­res Wohn­zim­mer. Du fühlst, dass Du so nicht leben möch­test, es ist nicht wirk­lich fried­lich, har­mo­nisch und schön. Was kannst Du nun also tun?

Du kannst ver­su­chen zu medi­tie­ren. Dadurch räumt sich zwar das Zim­mer nicht auf, doch Dir wird bewusst, was an dem Raum zum einen stö­rend ist UND was in Dei­ner Macht steht zu verändern.
Der nächs­te Schritt ist nun ganz erdig und hat nichts mehr mit Spi­ri­tua­li­tät zu tun. Du räumst das auf, was Du auf­räu­men kannst. Für man­che Berei­che braucht es viel­leicht etwas Mut, aber durch die Medi­ta­ti­on dann und wann, fin­dest Du ihn. Für man­che Berei­che braucht es viel­leicht etwas Aus­dau­er, aber durch die Medi­ta­ti­on fin­dest Du die­se. Und man­che Aspek­te Dei­nes Lebens sind viel­leicht unver­än­der­bar, doch durch die Medi­ta­ti­on fin­dest Du die Ruhe und Akzep­tanz die­se Aspek­te zu Lie­ben und anzunehmen.

Auch das ist ein wesent­li­cher Punkt. Bis zu einem bestimm­ten Aus­maß ist es mög­lich UND NÖTIG Dein Leben von Müll zu befrei­en: Die ver­gam­mel­te Part­ner­schaft, der unpas­sen­de Job, der Wohn­ort, die schlech­te Ernäh­rung. Doch man­ches ist nicht in Dei­ner Macht. Wenn Du zum Bei­spiel ger­ne einen Kör­per wie ein Top­mo­del hät­test, aber eher unter­setzt und rundlich/weiblich bist, dann ist es not­wen­dig damit still zu wer­den. Es zu durch­drin­gen. Die Grün­de zu ent­de­cken, war­um Du DICH nicht SO ANNEHMEN kannst, wie Du bist und die­ses Grün­de dafür zu überwinden.
Oder wenn Du von einer Part­ner­schaft zur nächs­ten wech­selst, weil es immer nicht klappt. Dann ist es not­wen­dig damit still zu wer­den. Es zu durch­drin­gen. Die Grün­de zu ent­de­cken, war­um Du DICH oder den ANDEREN nicht SO ANNEHMEN kannst, wie es ist.

Und wenn Du dann an einem Punkt in Dei­nem Leben stehst, in dem Du das geklärt hast, was es zu klä­ren gab und das ange­nom­men hast, was zuvor abge­wehrt war, wozu soll­test Du dann noch erleuch­tet wer­den wollen?
Und genau da, bist Du nur noch ein win­zi­ges Schritt­chen davon ent­fernt. Denn Erleuch­tung ist nicht mehr oder weni­ger, als Dein PERFEKTES Leben frei­wil­lig hin­ter Dir zu las­sen und eins zu wer­den mit allem…

Du siehst – die Medi­ta­ti­on ist der Dreh- und Angel­punkt in Dei­ner spi­ri­tu­el­len Rei­se. Aber eben nicht als Dis­zi­plin, die für sich steht und vom All­tag tren­nen soll. Son­dern als eine gute Mög­lich­keit Ein­sicht zu erhal­ten in Dein Leben und Dich selbst. Und damit als Sprung­brett mit­ten in Dein Leben hin­ein. Erleuch­tung ist nichts, was weit ent­fernt von Dei­nem All­tag stattfindet.

Erleuch­tung ist der leuch­ten­de Kris­tall ganz tief drin, genau in der Mit­te Dei­nes stink­nor­ma­len Lebens.

Alles Lie­be,
Dirk Liesenfeld.

Teilen

Neueste Seiten

Semi­nar­raum­bau

Langsam aber sicher nimmt der Raum Form an und wird voraussichtlich im Laufe des April… Mehr lesen

24. März 2022

Tan­tra & Covid

Unser bisheriger Seminarort für Tantra-Seminare (Zegg in Bad Belzig) stellt ab 2022 auf 2G um.… Mehr lesen

27. Dezember 2021

Weih­nach­ten im scha­ma­ni­schen Sinne

Wie ich Weihnachten verbringe? Schau dir dieses Video an, dann weißt du es. Vielleicht findest… Mehr lesen

26. Dezember 2021

Die Schu­le des Lebens

Niemand zwingt dich dazu, die Schule des Lebens zu besuchen und sie kann auch nur… Mehr lesen

16. Dezember 2021

Feu­er-machen in scha­ma­ni­schem Sinne

Feuer-machen im schamanischen Sinne ist mehr, als nur ein Streichholz ans Holz halten. Es ist… Mehr lesen

1. März 2021

Unse­re scha­ma­ni­sche Arbeit

Neben unserer tantrischen Arbeit bieten wir nun auch auf unserem eigenen Kraftplatz im wilden Fläming… Mehr lesen

17. Juni 2020