Kurze geführte Mediationen für den Alltag

Verschiedene Meditationen zu den verschiedensten Themen

  • Ein neuer Tag - Morgenmeditation (6:00) ?
  • Gerade der Übergang vom Schlaf in den Wachzustand bietet ein enormes Potential für Veränderung und
  • Der Tag endet - Abendmeditation (5:50)
  • Im Übergang zum Schlaf hat Meditation traditionell eine besondere Bedeutung. Es ist wie eine Ausrichtung,
  • Trauer und Verzweiflung mildern - Trostmeditation (7:40)
  • Trauer und Verzweiflung liegen oft sehr nahe bei einander. Es gibt eine natürliche Trauer, die gefühlt
  • Verlust und Instabilität - Veränderungsmeditation (8:20)
  • Das Leben ist in ständiger Veränderung und manchmal haben wir den Eindruck, dass wir nicht hinterher

In den nächsten Wochen und Monaten entstehen weitere Meditationen zu den verschiedensten Themen – mögen sie Dir helfen in Deinem Leben…

Was bewirkt die Meditation?

MeditationDer Kern einer Meditation ist die Stärkung der Bewusstheit. Die meisten Menschen bewegen sich die meiste Zeit sehr unbewusst durch den Alltag. Sie sind damit ein leichtes Opfer ihrer Gedanken und ihrer Emotionen. Durch diese unbewussten Reaktionen erzeugt man sich jedoch genau die Umstände, die man eigentlich nicht will.
Bewusstheit ist damit eigentlich nichts anderes als die Aufmerksamkeit auf das zu richten, was tatsächlich gerade um uns herum und in uns geschieht. Im Außen sind das die unmittelbaren Geschehnisse, Umstände und Interaktionen, im Innen sind das die Gedanken, Körperwahrnehmungen und Gefühle. In der Bewusstheit gelingt es mehr und mehr all dies wahrzunehmen – ohne Urteil und mit offenem Geist und Herz.
Die Kombination in diesen Meditationen aus Fokussierung und Entspannung ist dabei eine der wirkungsvollsten Instrumente, die wir kennen. In der Fokussierung richten wir dabei den Geist auf bestimmte Wahrnehmungen und Bilder, in der Entspannung lassen wir wieder los.

Was kann beim meditieren „passieren“?

Gerade zu Anfang werden viele Dinge an die Oberfläche kommen: Körperwahrnehmungen, Emotionen, Gedanken, Ängste, Sorgen und noch vieles mehr. Es kann sich sogar streckenweise unangenehm anfühlen. Das ist alles völlig normal. Wichtig ist, dass man sich nicht darin verfängt, sondern so neutral wie möglich beobachtet und wahrnimmt. Nicht indem man sich dazu zwingt, sondern indem man mehr und mehr erkennt, dass die allermeisten Gedanken, Ängste, Sorgen und Gefühle nicht „real“ sind.
Im Laufe der Meditationsübung gelingt es mehr und mehr sich mit den inneren Zuständen zu verbinden, ohne darin hängen zu bleiben. Wann immer Du dennoch hängenbleibst, hilft es wieder zur Wahrnehmung des Atems zurück zu finden. Dieser „Trick“ wurde vor vielen tausend Jahren entdeckt und er ist heute ebenso gültig wie damals.

Welchen langfristigen Effekt hat die Meditation auf den Menschen?

Wir sind, was wir denken und fühlen:
Aus unseren Gedanken erwachsen Gefühle.
Aus unseren Gefühlen treffen wir Entscheidungen.
Aus unseren Entscheidungen entstehen Handlungen.
Aus unseren Handlungen formt sich unsere Lebenssituation.
Und schließlich bestimmt dann wieder unsere Lebenssituationen was wir denken und fühlen.
In diesem geschlossenen System befinden sich 99% der Menschen 99% der Zeit. Wir sind Sklaven unserer selbst – es sei denn wir befreien uns daraus. Die sinnvollste Reihenfolge ist dabei:
1) Körperruhe
2) Gedankenruhe
3) Emotionsruhe

Körperruhe als erstes Ziel der Meditation

Viele Körperfunktionen geschehen automatisch: Atmung, Herzschlag, Verdauung. Sie werden von unserem Körper gesteuert, ohne, dass der ungeübte Mensch darauf Einfluss nehmen könnte. Die einzige Ausnahme dabei bildet die Atmung – diese können wir bewusst steuern, vorausgesetzt wir entscheiden uns dafür es zu tun.
Meditation bringt den Körper im ersten Schritt zur Ruhe. Atmung und Kreislauf beruhigen sich, die Verdauung steigert sich, Wohlbefinden und Erholung beginnen. Ohne diesen ersten Schritt ist es unmöglich die nächsten beiden Schritte durchzuführen. Das Stressrad würde sich immer weiter drehen und Menschen rennen darin wie Hamster im Laufrad.

Gedankenruhe als Basis für die Gefühlsruhe

In jeder Meditation gelingt es mehr und mehr den Körper zu beruhigen. In dieser Ruhe werden dann meist viele Gedanken aufsteigen: Planungen, Sorgen, Ängste, Berechnungen. Zumeist Gedanken, die unseren Körper wieder in Stress versetzen. Indem man das bemerkt und nach und nach den Gedanken weniger Wichtigkeit schenkt, gelingt es aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Jeder Gedanken erzeugt ein Gefühl in unserem Körper und jedes Gefühl versucht den Körper wieder aus der Ruhe zu bringen.

Emotionsruhe als Ausstiegspunkt aus dem Rad

Indem der Gedankenmixer immer mehr versiegt, kommen auch nach und nach die Gefühle zur Ruhe. Wir erkennen, dass vieles, was uns in Wallung brachte, nicht so schlimm ist – oder gar gänzlich unwahr. Immer häufiger erleben wir einen Zustand der Gleichmut und können so andere Entscheidungen treffen als zuvor. Tun wir das regelmäßig, wird sich dadurch das Leben verändern. Sowohl die Wahrnehmung desselbigen, als auch die tatsächlichen Fakten. Gleichmut ist dabei etwas völlig anderes als Gleichgültigkeit. In der Gleichgültigkeit ist uns alles egal – wir trennen uns aus Angst oder Resignation vom Leben ab. Im Gleichmut sind wir zutiefst mit allem verbunden, aber eben nicht mehr darin gefangen. Wir sind IM Leben, aber nicht mehr darin gefangen.

Das richtige Umfeld für Meditation

Wir können immer und überall meditieren: Im Bus, in der Warteschlange, auf der Toilette, beim essen. Fortgeschrittene Meditierende können sogar während normaler Tätigkeiten in einem Zustand der Bewusstheit verbleiben.
Doch manche Umstände machen es leichter den Einstieg in die Meditationspraxis zu finden. Gerade für Einsteiger ist dies eine wertvolle Hilfe. Meditiere also bei jeder Gelegenheit. Doch wenn es Dir möglich ist, dann schaffe Dir ein Umfeld, welches möglichst still ist und ohne Ablenkung.
Sitze dabei entspannt und aufrecht auf einem Stuhl oder Sessel. Nicht verkrampft aber auch nicht „abhängend“. Der Rücken ist unverkrampft gerade, der Gürtel locker, die Krawatte gelöst. Der Atem sollte leicht und einfach fließen können. Je schlepper Du bist, umso aufrechter solltest Du sitzen. Je aufgekratzer Du bist, umso gemütlicher.

Übung macht den Meister

MeditierenAlter Spruch – leider immer noch gültig. Es ist besser täglich 5 Minuten zu meditieren, als wöchentlich 2 Stunden. Nur durch eine fortlaufende Meditationspraxis wirst Du Ergebnisse erzielen. Dabei ist es Anfangs oft herausfordernd regelmäßig zu meditieren. Man empfindet es als weitere Belastung und noch nicht als Entlastung. Nach kurzer Zeit ändert sich das jedoch. Man erlebt und begreift, dass die Meditation wie ein kleiner Urlaub vom Alltag ist. Man freut sich auf die 5 Minuten und genießt sie. Das ist der Punkt, wo wahrhafte Meditation beginnt.
Vielleicht kann man es mit Sport vergleichen. Die ersten Male joggen gehen ist die Hölle. Doch dann, nach einigen Wochen oder Monaten erlebt man, wie wohltuend es für den Körper ist und wie sehr man im restlichen Leben davon profitiert. Doch diesen Punkt erreicht man nur, wenn man zur Disziplin eines regelmäßigen Trainings findet.
Manchmal macht es Sinn, sich feste Zeiten zu setzen, z.B. jeden Morgen nach dem Aufstehen oder jeden Mittag nach dem Essen. Manchmal ist es besser diese Meditationen tatsächlich kontextbezogen zu verwenden: ich fühle mich traurig, also mache ich die Trauer-Meditation. Ich habe Angst, also mache ich die Angst Meditation usw.

Lass Dich nicht entmutigen, wenn die Meditation am Anfang nicht so läuft, wie Du es Dir vorstellst. Manchmal müssen regelrecht emotionale Altlasten bewältigt werden. Gehe es ausgerichtet und mutig an und bald wirst Du dafür von Herzen dankbar sein.

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