Einträge ‘Leere’

Einatmen – Ausatmen

Sarah

Einatmen: Sich nocheinmal ganz für das Leben entscheiden, die Materie.Die Gesetzmäßigkeiten des Lebens anerkennen.Die Enge, das Eingebunden sein in den Kreislauf der Natur.Das Knospen und Blühen, das Duften, das Reifen, das Altern und Sterben. Gestank und Krankheit. Begrenztsein, Alleinsein, Einsamkeit. Essen, Schlafen, Geld verdienen, Struktur und Ordnung. Alltag und Alltäglichkeiten.Kinder, Eltern und Geschwister. Verletzlichkeit und Selbstaufgabe.

Das Leben mit all seinen Facetten Erkunden und Anerkennen. Mich dem Leben unterwerfen. Oder: mich ganz einlassen. Ohne Hintertür. ohne Erlösungsgarantie nach dem Tod. Ohne Hoffnung auf Erleuchtung des Egos.

Und dann:Ausatmen: alles wieder verwerfen. Mein Leben ist eine Illusion, nichts um mich herum ist real. Nur eine Vorstellung in meinem Kopf. Wenn ich rede, rede ich mit mir selbst ( daher sollte ich das möglichst freundlich tun). Jeder auf den Ich treffe, bin ich selbst in einer anderen Rolle. Filter über Filter aus Emotionen,Strukturen und Vorstellungen liegen wie eine schwarze Binde über meinen Augen. Alles was ich sehe, ist gefärbt durch diese Filter. Ich muß Emotion für Emotion, Struktur für Struktur, Vorstellung für Vorstellung identifizieren, erkennen und wahrnehmen. Dann wird mein Blick klarer, weiter. Ganz still sein, damit ich die Emotionen, Strukturen, Vorstellung reden, arbeiten, drängen,toben hören kann. Mich durchlauschen bis zur Leere, denn dahinter ist Nichts.