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Des Lebens Wege

Da steht sie. Sie ist so wunderschön anzusehen.
Ihr Duft betörend bei jedem Atemzug,
der Glanz ihrer Farbe durch die Sonne ein wenig verblasst,
steht sie zufällig in ihrer ganzen Pracht am Ufer eines Bachs.
Ohne ein genaues Ziel vor Augen,
hat das Leben sie wörtlich hierher gespült.

Ein Samen, ein Windhauch und ein paar Regentropfen pur,
ließ sie hier wachsen, inmitten der unberührten Natur.
Harmonie erklingt in ihrem eigenen inneren Raum –
lieblich und fein, makellos und rein.

Sie liebt es, im Einklang mit sich selbst und der Welt zu sein.
Kann sie diesen Einklang auch wahrlich für sich (er)halten?

Was hat sie bisher alles hier an diesem Bach erlebt?
Sie blieb bei Sturm, Hagel, Regen, Schnee und Sonnenschein –
aus eigener Kraft, fest verankert auf der Erde in ihrem eigenen Sein.
Weder das benachbarte Gras, der Regenwurm,
noch das Insekt können das sehen,
denn sie leben hier auf dieser Welt ihr eigenes Leben
und können das Dasein nur auf ihrer eigenen Art und Weise „verstehen“.

Ein Wanderer kommt am Wegesrand daher,
bricht gedankenlos ein Stück von ihr ab,
um es für sich selbst in Anspruch zu nehmen.
Er weiß es nicht besser, er lebt eben sein eigenes Leben.

Sie liebt ihr Leben, sie liebt das Singen der Vögel,
das Summen der Bienen, der Hummeln,
den zarten Flügelschlag der bunten Schmetterlinge,
die so sanft über ihr Haupt schweben.
Sie verschenkt sehr gern ein Teil von sich an andere,
um sich selbst immer wieder auf´s Neue zu erleben.

Jetzt steht sie zerbrochen am Bach,
ein Teil von ihr liegt nun am Boden,
ihr Duft vom Wanderer eingesogen,
derselbe nun freudig und verspielt seines Weges geht.
Als letzten Gruß zum Abschied winkt sie trotz alledem
dem Wanderer entgegen und
entlässt einen Teil aus ihrem Leben in den Bach.

Ein Samen, ein Windhauch und ein paar Regentropfen pur,
bleiben zurück inmitten der unberührten Natur.
Harmonie erklingt bald wieder in einem neuen inneren Raum –
lieblich und fein, makellos und rein.

Neues Leben entsteht.
Ein Samen genügt.
Das Leben findet immer wieder seinen eigenen Weg.

Alles Liebe.
Carmen

 

Lebendig sein

Dirk

Lebendig zu sein – was heißt das denn?
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Es heißt doch zu allererst ganz auf der Erde anzukommen:
Für sich selbst sorgen zu können, z.B. auch finanziell, Kontakte mit anderen Menschen eingehen zu wollen und zu können, eine Heimat zu finden, die wirklich eine solche ist.

Aus dieser Basis (spirituelle Menschen würden sagen: Von diesen unteren drei Chakren ausgehend) kannst Du Dich dann dem großen, dem “gemeinsamen” Herzen öffnen: Dein Umfeld mit-fühlen, Mutter Erde wahrnehmen, die Menschheit lieben…

Der Sprung zum 4. Chakra beendet die eigene Nabelschau, doch er mag nur vollständig gelingen, wenn die Hausaufgaben (Chakra 1-3) wirklich gut und gründlich gemacht wurden. Jeder ausgesparte Bereich des Irdischen, läßt den Sprung ins große Herz von einem Aufstieg zu einer Flucht verkümmern und so wird’s dann nicht gelingen.
Mal ganz pragmatisch formuliert: Erst wenn Du Deinen Nachbarn, Deine Eltern, Dich selbst und jeden Politker lieben kannst, kannst Du Deine universelle Liebe erblühen lassen. ‘Lieben’ heißt dabei nichts anderes, als so tiefes Mitgefühl zu entwickeln, dass alles und jeder so sein und bleiben kann, wie es halt ist.

Der weitere Aufstieg geschieht ganz von alleine, denn wenn Deine Aufmerksamkeit vom Hirn ins Herz gerutscht ist, gibt es keine andere Richtung mehr, als nach oben. Ich habe noch niemanden erlebt, der wahrhaft herzverbunden lebt und noch auf der Suche nach irgendetwas gewesen wäre. ‘Auf der Suche sein’ heißt im Hirn zu verweilen. ‘Im Hirn zu verweilen’ heißt das Leben in und mit dem Materiellen noch nicht gemeistert (im wahrsten Sinne) zu haben.

Viele ‘spirituelle’ Menschen, viele Sucher bewegen sich auch noch nach Jahren im Kreis, denn sie versuchen dem sogenannten Grobstofflichen zu entfliehen um endlich feinstoffliche Energie zu werden. Es braucht dann viel Mut, um sich willentlich und freudvoll dem Ur-Irdischten zuzuwenden und all das damit Verbundene zu erforschen:
Sexualität, Macht, Ohnmacht, Freude, Trauer, Schmerz, Ekstase, Geld, Männer, Frauen, Gewalt,… Du kannst die Liste endlos fortführen. Hier gilt’s gründlich und genau zu sein. Neugierig und mutig sich dem zu stellen, was man nicht haben will, wovor man in die Spiritualität flüchtet. Und genau dann, wenn es gar nicht mehr nötig wäre, beginnst Du zu schweben wie ein Schmetterling.

Vergiss also den ganzen Konzepte-Käse mit Chakren, spirituellen Aufstieg und was auch immer und wende Dich ganz – mit Leib und Seele DEINEM Leben zu und erkunde jeden Winkel darin. Nicht, um irgendwas damit zu erreichen, sondern einfach nur deshalb, weil es Dein Leben ist – eine Perle im Meer des Universums.

Alles Liebe,
Dirk.

 

Der Fliedertanz

Carmen

Der Flieder …….   :-) singt für Dich leise Lieder.
Höre auf das Rauschen der violetten Blüten im Wind
Du wirst “sehen” – da singt ein süsses Kind.
Im Sonnenschein steht der Glanz dieser schönen Pflanze.
Gesell Dich zu ihr und gehe auf in Deinem eigenen Tanze.

Atme in diesem Moment den wunderbaren süssen Duft der Harmonie und Liebe ein.
Bleibe im Gleichmut und schwinge mit Deinen Flügeln ins Leben hinein… lieblich entzückt – findest Du gleichsam wieder Gefallen für Dich – ganz allein.

Tanze, tanze, tanze – Deine Bewegungen und Dein Tempo dafür bestimmst nur Du – ganz allein.

Mach es wie die Pflanze – ihre Blüten, Blätter, Äste und Wurzeln – verankert in Muttererde – tanzen mit der Sonne, im eigenen Rhythmus – und wachsen ganz allein.

Tanze, tanze, tanze – gemeinsam mit anderen – mit denen Du Dich verbunden fühlst. Tanze den Tanz Deines Lebens auch für die anderen, denn das bist auch DU – Du kannst es spüren – für Dich – ganz allein.

Lass es Dir gut gehen.
Carmen :-)

 

2010

Dirk

“2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnehmen?”
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Es gab mal einen sehr interessanten Film mit diesem Titel:
“2010 – Das Jahr in dem wir Kontakt aufnahmen.”
Da geht es um den Kontakt mit unbekannten Wesen und um das gleiche geht es auch in diesem Blogbeitrag. Um den Kontakt mit Dir selbst – dem vielleicht unbekanntesten Wesen von allen. Ich bin mir sicher, dass Du viele Bilder darüber hast, wie Du bist und was Du brauchst und wozu Du lebst. Doch das sind alles Bilder von gestern. Die meisten Menschen beziehen sich in der wichtigsten Angelegenheit der Welt auf veraltetes Daten-Material.

2010 – Das Jahr in dem Du Kontakt mit Dir aufnimmst?

Um in Kontakt mit Dir selbst zu gelangen braucht es nicht viel. Es ist eher sehr aufwändig diesen zu vermeiden. Die Tätigkeiten der meisten Menschen drehen sich überwiegend darum, bloß nicht sich selbst zu spüren. Rauchen, Fernsehen, Essen, Sex, Yoga, Meditieren – Du kannst alles im Leben verwenden, um Dich selbst zu vermeiden. Du kannst aber auch alles nutzen, um Dir selbst zu begegnen – selbst Rauchen, Fernsehen und Sex!

Wie das geht? Ganz einfach. Carmen hat mir zum neuen Jahr aus Berlin eine nette Aufmerksamkeit mitgebracht: Einen Schornsteinfeger vor einem Fliegenpilz, also zwei Symbole des Glückes. Beim Auspacken bemerkte ich, daß dem Schornsteinfeger ein Plastikauge abgefallen ist – wohl auf der weiten Reise von Berlin nach Belzig.
“Aha… ” dachte ich mir. “Ein Zeichen, eine Symbolik. Dem guten Männchen fehlt kein Auge, es ist so gedacht als Hinweis. Nämlich ein Auge in der Welt und das andere in sich selbst hinein – ein unfehlbarer Weg zum Glück.”

Nun, liebe Freundin, lieber Freund: Was wäre, wenn Du also 2010 nutzt, um es zu dem Jahr zu machen, in dem Du Kontakt mit Dir aufnimmst? Es damit zu einem wahrhaftig NEUEM Jahr machst und nicht zu einem Abklatsch der Jahre zuvor? Was wäre, wenn Du also 2010 nutzt, um mit einem Auge in der Welt zu sein und mit dem anderen in Dir selbst?

Das Auge in der Welt ist ein wahrnehmendes, ein nicht unterscheidendes. Lass Dich ein auf alles, was an Deiner Türe klopft. Tanze auf jeder Hochzeit, begegne allen Menschen neu, erfahre unschuldig und neugierig wie ein Kind.
Das Auge in Dich hinein ist kein analytisches, sondern ein ebenfalls wahrnehmendes. Nimm Deine Gedanken, Emotionen und Körperreaktionen wahr. Erlebe all das in Dir, was da ist.
(Vielleicht hilft Dir dabei auch dieser Text weiter)

Ich wünsche Dir also ein wundervolles, wahrhaft NEUES Jahr.

Alles Liebe,
Dirk.

 

Der Moment

Dirk

“Der Moment – der Sinn im Leben?”
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Sehr häufig höre ich die Frage nach “dem Sinn des Lebens”.

Was soll man tun, wozu lebt man überhaupt? Die Frage ist leicht zu beantworten: Man lebt, weil man lebt. Und das Leben an SICH ist der Sinn im Leben. Was Du nun TUST – in und mit Deinem Leben – ist nicht wichtig, denn was auch immer Du mit Deinem Leben tust ist das Sinnhafte.

Ich zum Beispiel erfülle mein Leben derzeit mit sehr ursprünglichen und einfachen Dingen: Ich schlage in meinem Wald die toten Bäume und heize damit mein Häuschen. Mein Brot backe ich aus selbstgemahlenen Mehl und nähre damit meinen Körper. Diese einfachen Dinge tun mir derzeit sehr wohl.

Ist das nun mein Lebenssinn?
Nein – es ist einfach das, was ich derzeit tue. Was ich morgen tun werde, weiss ich heute nicht. Und es ist auch nicht wichtig. Und da hast Du auch schon die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens: Kümmere Dich nicht um das Morgen, sondern lebe voll und ganz im Heute. WOMIT Du dann den Moment erfüllst ist absolut egal. Doch wenn Du wirklich den jetzigen Moment voll und ganz erfüllst, so wirst Du dies als voll und ganz erfüllend erleben – es wird sich als Dein Sinn des Lebens entpuppen.
Der Sinn des Lebens spielt nicht in der Zukunft als Frage: “Was mache ich mit meinem Leben?”
Der Sinn des Lebens – und überhaupt Dein Leben an sich – findet nur in jedem einzelnen Augenblick statt. Und eines Tages wirst Du Dein Leben erkennen als nur eine Aneinanderreihung der einzelnen bewusst gelebten Momente: Eine Perlenkette an einer unendlich langen Schnur…

Alles Liebe,

Dirk.

 

Angst

Dirk

“Angst vor der Welt”
Eine Freundin von mir ist derzeit schwanger und möchte keinen Kontakt mit dem Vater ihres Kindes. Sie schrieb mir folgendes:

Heute in den Nachrichten kam die Entscheidung vom Gericht für Menschenrechte, dass ledige Väter ein Recht auf Sorgerecht haben sollten. Dies wird wohl nun auch bald im Rahmen der EU in Deutschland Gesetzespflicht sein. Das heißt die Rechte der Väter werden
den Rechten der Mütter angepasst und beide erhalten automatisch das Sorgerecht. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was das für einen Angstschwall in mir losgetreten hat.

[...]Heute in den Nachrichten kam die Entscheidung vom Gericht für Menschenrechte, dass ledige Väter ein Recht auf Sorgerecht haben sollten. Dies wird wohl nun auch bald im Rahmen der EU in Deutschland Gesetzespflicht sein. Das heißt die Rechte der Väter werden den Rechten der Mütter angepasst und beide erhalten automatisch das Sorgerecht. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, was das für einen Angstschwall in mir losgetreten hat. [...]

Das Leben ist schon sehr trickreich.
Kaum hat man eine Herausforderung gelöst (z.B. gespürt, dass man Abstand von bestimmten Menschen/Situationen braucht), schon fordert es erneut heraus. Wenn Du Dir das Leben wie liebevolle Eltern vorstellst, die einige Millionen Jahre pädagogische Erfahrung auf dem Buckel haben und ihr Kind (Dich!) sehr lieben und ihnen Dein Wachstum sehr, sehr am Herzen liegt. Wenn Du dieses Bild erzeugen kannst, bist Du schon recht nah an der Wahrheit.

Es geht NIE um die Resultate im Aussen:
Egal ob da jetzt ein neues Gesetz verabschiedet wird oder nicht.

Es geht NUR darum, was es DIR im INNEN zeigen will.

Versuche es mal so zu sehen: Du schreibst Dir Dein eigenes Drehbuch und baust so clevere Plots ein, dass Du bestimmte Nuancen in Dir erleben musst. Sprich: Du willst mit aller Macht etwas in Dir sehen und hast Dir daher den Kindsvater, das Kind, Gesetzesnovellen usw. in Dein Drehbuch arrangiert.

Erfahre alles, was es in Dir auslöst, blicke vor allem HINTER die Angst.

Alles ist gut – und in Deinem Spüren und Deinem Nicht-Handeln, also in Deiner Bewusstheit wirst Du die Wahrheit durchscheinen sehen.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Unberechenbarkeit

Dirk

“Die grausame Unberechenbarkeit des Lebens”
So nannte es am letzten Wochenende ein Seminarteilnehmer und meinte das, was ihm grundsätzlich Angst im Leben macht. “Man weiß einfach nie, was passiert. Da könnte wer weiß was passieren” sagte er.

Da hat er Recht. Doch ist das nicht genau das, was das Leben so – nunja – lebendig macht? Die meisten Menschen verwenden ihre gesamte Energie darauf das Leben so ‘beherrschbar’ wie möglich zu machen. Da gibt es Krankenversicherungen, Lebensversicherungen, Arbeitsunfähigkeitsversicherungen, Alterversicherungen, Reiserücktrittsversicherungen. Und doch findet all das statt: Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Alter und Reiserücktritte…

Quelle: WikipediaIch glaube es kommt auf den Blickwinkel an, Spiritualität heißt doch eigentlich nichts anderes, als den Standpunkt zu wechseln: Ist das Leben für mich ein höllischer Abgrund voller grausamer potentiell möglicher Schicksalsschläge? Oder eher eine Quelle nicht versiegender Hinweisschilder, die halt immer deutlicher werden, je mehr ich in die mir undienliche Richtung stolpere?

Ich habe kürzlich einen sehr schönen Satz gelesen, der das wundervoll zusammenfaßt:
“Die drittdimensionale Bühne der Äußeren Welt ist nicht Wirklichkeit an sich. Sie ist Projektion um Dich zu informieren und will solange modifiziert werden, bis sie heil ist…”

Alle ‘Rückmeldungen’ aus dem Leben dienen also einfach nur dem, daß Du Dir klarer wirst über Dich und die Rolle, die Du spielst. Dienen Deinem, bzw. DEM Wachstum.

“Viel Leid und Traurigkeit erwachsen aus dem Verkennen der Ereignisse, die im jeweiligen JETZT in Erscheinung treten. Die Weisheit, das jeweilige JETZT als Informationsüberbringer zu sehen und nicht als Strafe für auf sich geladene Schuld, ist der Schlüssel eines intelligenten Wesens mit seiner Welt und seiner ZEIT umzugehen.”

Na? Kommt da nicht Erleichterung auf?
Das Leben ist eine Art Schule mit sehr strengen, aber überaus sozial und fachlich kompetenten Lehrern. Lehrern mit Jahrmilliarden Lehrerfahrung, bei denen noch niemand sitzengeblieben ist.
Letzlich ist es so, daß Du sogar alles bist – Lehrer, Schüler und sogar die Erfahrungen – und dennoch kann Dir das Bild einer großen Schule sehr dienlich sein, wenn Dir das nächste mal die
“grausame Unberechenbarkeit des Lebens” begegnet…

Alles Liebe,

Dirk.

 

Impressionen

carmen_3Ein „menschlicher Engel“ schwebt über den Berliner Hinterhof des Hauses, in dem ich lebe. Wahrlich kaum vorstellbar bietet diese Stadt so viele Möglichkeiten und Schönheit für das Leben an sich. Menschen treffen sich, leben miteinander, nebeneinander, füreinander, aneinander und auseinander. Ich genieße diese Vielfalt, Auswahl und Differenzierungen. In jedem Detail wohnt die Liebe und Schönheit an sich. Je langsamer und genauer ich werde, je mehr kann ich die Liebe und Schönheit im Detail entdecken. Alles ist Eins und die scheinbare Existenz von dem, was ich beobachte und mich berührt, umarmt mich liebevoll.

engel-im-schnee

Ein Ausblick des Friedens und der Freiheit aus meinem Fenster zum Hinterhof begrüßt mich seit einigen Tagen. Der weiße Schnee, der sich in den letzten Tagen auf die Stadt niederlegte, umhüllt mich mit Sanftheit und Reinheit. Ich öffne das Fenster, um die frische Winterluft in meinem Wohnzimmer fließen zu lassen. Alles erscheint so klar und die Stille kehrt ein.

Unter der Schneedecke ruht das Leben erwartungsvoll auf den Neubeginn. Ganz behutsam und langsam findet sein Wachstum statt. Jeder Moment birgt eine Veränderung. Kaum sichtbar und doch vorhanden ist alles in ständiger Bewegung. Nichts bleibt wirklich still.

Ich lausche, höre eine Amsel singen, schließe meine Augen und sehe vor meinem inneren Auge den blühenden Rotdornbusch als Bild, welches ich im Frühling vor meinem Fenster jährlich als Geschenk erhalte. Alles ist möglich.

Ich materialisiere durch das pure Schauen Dinge und kreiere im selben Moment in meinem Inneren Impressionen, die vorerst nur meiner eigenen Wirklichkeit entsprechen und einen Augenaufschlag später - wie der blühende Rotdorn im Frühling – im Außen scheinbare Realität werden. Realität: Eine unsichtbare kosmische Gesetzmäßigkeit? Das mir unbekannte Wissen vom Leben ist so groß wie das ganze Universum. Ist das Universum EIN LEBEN / LEBEWESEN und ich bin Teil von ihm? Noch nutze ich das Hilfsmittel der Worte, die bei Weitem nicht das Beschreiben können, was ich erahne und mir das Leben zeigen und schenken will. Die Langsamkeit, Sensibilität und Achtsamkeit sind für die Änderungen in meinem Leben meine ständigen Begleiter, um das zu spüren, zu fühlen und wahr zunehmen, was ist / möglich ist.

Alles Liebe :-) Carmen


 

Schicksal

Dirk

Es gibt Ereignisse im Leben, die wir nicht so gerne haben, es gibt ebenso Ereignisse, die wir am liebsten nie gehabt hätten. Wir nennen solches dann kurzerhand “Schicksalsschläge”.

Das Leben kennt jedoch kein Gut oder Böse, ihm sind – ähnlich wie bei der Justitia dargestellt -die Augen verbunden (Sie schaut in manchen Darstellungen auch mal demonstrativ zur Seite)

Man könnte das auch spiritueller ausdrücken: Im Leben geht es nicht darum, was wir im Außen erlangen: Geld, Macht, Ruhm, Ehre, Kinder, Haus…

Und dennoch hat das Außen natürlich eine wichtige Aufgabe: Es soll uns Erfahrungsräume offenbaren. Wenn Du Dein Leben rückwirkend ansiehst, dann wirst Du Dich an die verschiedensten Erfahrungsräume erinnern können: Fette Zeiten, Magere Zeiten, unbeschwerte Zeiten, schwere Zeiten…

All diese unterschiedlichsten Erfahrungsräume lassen die jungen menschlichen Seelen reifen – und das ist nur dann “schmerzhaft”, wenn man im Widerstand dagegen ist. Der Dalai Lama hat mal so schön griffig gesagt: “Leid entsteht nur durch Anhaftung.”

Und Anhaftung gibt es in zwei Ausprägungen: Wir wollen das, was wir haben nicht verlieren oder wir wollen das, was wir haben loswerden. Das heißt, es gibt auch nur zwei Quellen des Leides. Probiere es mal aus, es ist echt abgefahren – ein totaler Perspektivenwechsel – sich sein persönliches Leid mal unter dieser Prämisse anzusehen.

Wenn man das mal richtig reinläßt, kann man eigentlich nur zu einer Schlußfolgerung kommen, eine Art neues Lebensmanagement sich aneignen. Es geht um die Unterscheidung zwischen Vorsicht und Aufmerksamkeit. Man tendiert leicht dazu aus vergangenen Erlebnissen eine Handlungsprämisse abzuleiten: Wenn es toll war, sagen wir: “Super, das muß ich wieder so machen.” Wenn es unschön war, sagen wir: “Verdammt. Das darf mir nie wieder passieren, da muß ich vorsichtig sein.” Beides ist jedoch die gleiche Medaille, die eine Seite der Anhaftung, die andere Seite der Abwehr. Wenn uns die Vergangenheit “vorsichtig” gemacht hat, wird sich das Leben mehr und mehr in ein Tal des Leides verwandeln, denn das Leben will uns lebendig haben.

Bewegt uns die Vergangenheit jedoch dazu immer aufmerksamer zu werden, schaut es schon ganz anders aus. Aufmerksamkeit ist einfach nichts anderes, als neugierig und erfahrungshungrig hinzusehen und hinzuspüren:
“Post von der Staatsanwaltschaft? Boah, Wahnsinn, was das in mir auslöst, wahre Gefühlsstürme.”
“Ein sehr sinnlicher Kuß von einer wunderschönen, fremden Frau? Boah, Wahnsinn, was das in mir auslöst, wahre Gefühlsstürme.”

Das Leben bietet schmerzvolle und glückselige Momente und da, wo der innere Widerstand wegfällt, sind beides völlig Gleich-Gültige Erfahrungsräume. Da, wo das Leid beginnt, ist immer der Widerstand gegen das, was ist die Ursache.

Alles Liebe,

Dirk.
www.Liesenfeld.de

 

Das Leben

Dirk

Immer, wenn ich denke, ich wüßte wie es geht; dann steht das Leben bereits in den Startlöchern um mir zu beweisen, daß es nicht faßbar ist. Die Unfaßbarkeit ist eines der tiefstgehenden Gefühle, fast wie die Wurzel eines Zahnes.

Auch hier: Was geschieht, wenn ich das annehme in all seiner Breite?

Der Verstand schreit in die Seele:

“Das ist echt, das ist fürchterlich, kämpfe, fliehe, mach was.”
Mit schier unmenschlicher Anstrengung zwingst Du Deinen Blick weg vom Außen, weg von der drohend erhobenen Kobra – wider aller Vernunft- hinein ins Innen. Dort tobt der wahre Krieg, mörderische Schmerzen, wirre Gedanken, glühende Lava.
Wieder zwingst Du Dich still zu halten – läßt Dich darin verbrennen – wider jeder Vernunft. Das ist einfach nicht auszuhalten – aber was ist die Alternative? Und dann, wenn es am schlimmsten war, einfach so… Stille. Unfaßbar. Du hebst den Blick, schaust ins Leben und siehst nur angenehme Neutralität – frisch wie eine kühle Brise vom Meer.

Tatsächlich scheint es nur zwei Kategorien des Menschseins zu geben: Diejenigen, die es mitnahm, die sich den inneren Gefühlen und damit dem Leben an sich stellen. Und diejenige, die das nicht tun – sich betäuben um zu über-leben.

Wozu will ich gehören? Wozu gehöre ich?
Diese Frage ist eine wesentliche…

Alles Liebe,

Dirk.
www.Liesenfeld.de