Innehalten
In Allgemeines am 14.4.2010 10:42 von Sarah LenzeMein Innehalten
An den ersten Tagen nach einem Seminar bin ich besonders aufmerksam bei der Betrachtung meines Innenlebens. Es ist spürbar, wie das Seminar im Innern weiterwirkt. Es ist eine wichtige Zeit um die Dinge die während des Seminars z.B. bei Meditationen und Übungen, geschehen sind oder sich gezeigt haben, in den Alltag einfliessen und sich dort ihren Platz finden zu lassen. Ich fühle mich nach diesen gemeinsamen Tagen kraftvoll und verbunden mit der Gruppe. Ich genieße, wie diese Kraft bewegen und Neues anstoßen will. Es formen sich Bilder, von den Veränderungen, die durch diese Kraft im Außen entstehen können. Das Bewusstsein und die Spürbarkeit der Kraft und Lebendigkeit in meinem Körper nährt die Bilder in meinem Kopf. Ein sehr angenehmes Gefühl.
Ich möchte es vermehren und irgendwie absichern, dass es bleibt. Daher male ich mir die Gedanken genauer aus, gehe mehr ins Detail und überlege, was ich jetzt tun kann, um diesen angenehmen Bilder und Gedanken eine Entsprechung in der Realität zu geben.
Es wird langsam schon anstrengender und etwas enger, darum halte ich mich noch mehr an den Gedanken fest. Die Kraft in meinem Körper ist mittlerweile nicht mehr zu spüren, auch die Gedanken werden schaler. Die bunten Bilder werden grau, während es sich in meinem Körper zunehmend unangenehmer anfühlt.
Zum Schluß bleibt eine schale Einsamkeit in meinen Gedanken zurück.
Aber: Wie ich Eingangs schon andeutete, diesmal war ich ja wach.
Ich spüre also in meinen Körper zurück, richte die Aufmerksamkeit auf den Ort in mir, in dem ich die Kraft und die Lebendigkeit fühlen kann. Ich öffne mich für die Stille und richte meine Aufmerksamkeit nach Innen, auf meine Atmung. Schnell umkreisen mich meine Gedanken nur noch wie Satelliten; ich nehme sie war, aber sie haben keinen Einfluss auf mich. Diese “innere Bewegung” mache ich immer wieder; stundenlang beobachte ich mich bei diesem Spiel. Der Anker ist letztendlich das kurze Innehalten, die Öffnung für die Stille und das Einsinken in den Atem.
Die Gedanken, diese Verführer - ich hüte mich vor ihren Verlockungen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Üben.
Sarah.
Mit wehendem Haar sitze ich nun im fahrenden Zug nach Berlin. Ich bin sehr glücklich, mir immer näher zu kommen. Der Weg durch die Angst und Schmerz bringt wahrlich Heilung. Ich habe mich an diesem Wochenende in die Höhle der Löwin gewagt und mich genau dorthin begeben, wo mich seit langem die Angst lähmte und mein Körper zu eng für das war, was sich schon immer zeigen wollte. Und was an diesem Wochenende zum Vorschein kam, war völlig anders als ich dachte…..