Frieden der Nacht
In Allgemeines am 17.2.2011 9:12 von Dirk LiesenfeldIm Frieden der Nacht
Alles Liebe,
Dirk Liesenfeld.
Im Frieden der Nacht
Alles Liebe,
Dirk Liesenfeld.
Miteinander anstatt gegeneinander
Alles Liebe,
Dirk Liesenfeld.
Liebe & Mitgefühl
Wenn ich spüre, ich habe ein Gefühl bedeutet das auch gleich: „Ich bin im Mitgefühl?“ Ausgelöst von einer scheinbaren Ursache im Außen – beginnt im Inneren sich Etwas zu zeigen, was dringend nach draußen will. Doch was ist das mit dieser Dringlichkeit? Warum geben wir Menschen uns so wenig Zeit? Schaue ich mir doch erst einmal alles genauer an – bevor ich ins Außen trete und gebe dann erst bekannt – wie es mir tatsächlich geht.
Bin ich in Freude oder im Leid? Tue ich – egal, was sich gerade zeigt – immer das Gleiche wie ein „Gebet“? Kann ich meine Gefühle, die in mir „toben“, halten und mein Innerstes zu einem späteren Zeitpunkt entfalten? Bin ich mir auch im Klaren darüber, was dies nach sich zieht?
Ist in mir die Freude – dann kann ich auch davon ausgehen – es herrscht an einem anderen Ort der Krieg. Egal – wo sich alles abspielen mag. Die Gleichzeitigkeit steht vor mir und mahnt, dass beides sich immer parallel anbahnt. Wenn in mir die Freude ist, ich unbekümmert und losgelöst vom Ganzen lebe – ist der Krieg bei jemand anderen – den ich ihm einfach „übergebe“. Hab dies oft selbst schon „kreiert“ in meinem Leben. Ich hoffe, die Welt kann mir dafür vergeben. Jede Handlung, die ich tu – füge ich nicht nur mir, sondern auch einem anderen hinzu.
Ich lebe nicht losgelöst auf dieser Welt, denn alles ist verbunden – wenn auch nicht sichtbar in einem energetischen Feld. Lebe ich im Mitgefühl? Lebe ich ganz verbunden in diesem Feld? Schaue ich achtsam auf die Art und Weise meines Geschehens in diese Welt? Ist jedes Wesen – ob Mensch, Tier, Pflanze, Erde und das gesamte Universum mit Allem mir noch Unbekannten darin integriert?
Was ist der Sinn vom Mitgefühl? Ist die Liebe hier im Spiel? Meist spielt der Mensch für sich allein – losgelöst vom ganzen Geschehen auf dieser Welt – ein Schein. Kummer und Leid entstehen daraus und halten sich im Körper fest – wie ein großer Stein, der so schwer ist und mich herunter zieht, kaum auszuhalten – wie im Krieg. Der Wunsch nach Erlösung ist dann riesengroß – wie ein Tod, der vor mir steht – liegt schwer in meinem Schoß. Doch was genau will hier nicht im Streben liegen? Es ist Etwas – welches sich einsam fühlt, in seinem Schmerz sich ergießt und nicht mehr spürt, worum es hier denn eigentlich geht. Es hat in jenem Augenblick die Verbindung zu seinem Herzen verloren und weint um sich SELBT wegen – ganz still, weil es in Wahrheit friedvoll leben will.
Sterben, jeden Tag Stück für Stück. Ist das die Erlösung in Richtung Glück? Ist Glück und Freude das erstrebenswerte Ziel? Ist die Liebe ein Begehren und ich nehme teil an diesem Spiel? Bin ich stets – in meiner Freude, die ich spüre – auch vom Mitgefühl für die ganze Welt geführt? Ich will wach sein – ich bin es allein, die sich an jene Orte selbst hin führt.
Freude und Leid sind immer gleichzeitig da. Wie eine Welle – mit Berg und Tal – die unserem Leben scheinbar einen steten Rhythmus gibt, um uns daran zu erinnern, dass alles, was uns berührt, „bunte“ Bewegungen nach sich zieht. Nur ein Wort: „Frieden oder Krieg?“ Auch wenn das Wort „Krieg“ im Moment der Freude nicht sichtbar ist, ist dieses Wort an einem anderen Ort und im Augenblick des Glücks nur scheinbar „besiegt“.
Ich spüre täglich – diese Vibrationen des Auf und Ab als kleine „Beben“ in mir – wie Energien in meinen Körper sich spiralförmig um eine Achse drehen – im Hier.
Ich bin da und gehe mit dem, was in mir ist, beobachte mich selbst und bleibe achtsam in der Stille, auch wenn eines von vielen Geistern in mir – mich von INNEN scheinbar mit all seinen Auslegungen von dieser Welt – zerfrisst. Ich fühle und integriere alle Möglichkeiten der Bewegungen in mir. Das ist mein eigener persönlicher Beitrag für den kommenden Frieden im HIER. Meine Taten werden sich automatisch in rechte Handlung transformieren – Liebe und Mitgefühl zeigen sich von selbst und bringen mir so den ersehnten Frieden.
Schau, was der heutige Tag – an Bewegungen in Dir – bringen mag.
Denk daran – es ist nur eine Energie – Du definierst selbst das Wort dazu und kreierst Dir damit Deinen Tag.
Ich wünsche Dir alles Liebe und lass es Dir gut gehen.
Carmen
Der Waffenhändler in uns allen
Den nachfolgenden Text gibt´s auch gesprochen,
klicke einfach auf den schwarzen Pfeil:
Letzte Woche war ein Waffenhändler bei mir und fragte mich um Rat. Er verdient sein Geld damit, dass er z.B. Splittergranaten in die dritte Welt verkauft. Er hat das Problem, dass sein Privatleben nicht so wirklich harmonisch ist: Die dritte Scheidung, kein Kontakt mit den Kindern, Nachts kann er nicht schlafen, weil er innerlich aufgewühlt ist und so weiter.
Er wollte von mir wissen, was er ‘Spirituelles’ tun könnte, damit sein Leben ruhig und harmonisch wird. Ich sagte ihm, dass es wohl ein guter Anfang wäre seinen Job zu wechseln. Das ginge nicht, entgegegnete er sichtlich aufgebracht, weil er viele Verpflichtungen hätte – nicht nur finanzielle und überhaupt er nicht wüsste, womit er sonst sein Geld verdienen solle. Außerdem wären da die Alimente, die zu zahlen wären und überhaupt. Er wiederholte also seine Frage, was ich ihm spirituelles raten könne, damit sein Leben friedlich würde?
Liebe Freundin, lieber Freund – was würdest Du ihm raten…?
Die Geschichte mit dem Waffenhändler ist natürlich frei erfunden, doch sie zeigt sehr schön das Dilemma in welchem viele Menschen festsitzen.
Spiritualität ist wie laufen lernen. Du machst einen Schritt in Dir (z.B. Meditieren, Dich wahrnehmen, achtsam mit der Welt sein…) und dann einen in der Welt (z.B. Job wechseln, Menschen anders begegnen, Zimmer aufräumen…) Verpasst Du einen Schritt (entweder den in Dir oder den in der Welt), so bleibst Du stehen – auf einem Bein und auf demselben Fleck und das ist sehr ermüdend.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Frau (keine Waffenhändlerin, sondern eine Angestellte bei einem Finanzdienstleister). Sie ist unzufrieden mit ihrem Leben, sehnt sich nach mehr Harmonie, Ruhe und Wohlbefinden. Es ist ihr klar, dass ihre jetzige berufliche Situation sie nicht erfüllt, ein stetiger Kampf ist – doch auf meine Frage, wieso sie weiterhin da arbeitet, hat sie viele vernünftige Gründe, die eine Kündigung nicht erlauben.
Ich würde nie jemandem raten diese oder jene Entscheidung zu treffen, doch ist es meine Aufgabe aufzuzeigen, warum sich das Leben zeigt, wie es sich zeigt. Wenn zum Beispiel Dein Zimmer, indem Du lebst, eine Müllhalde ist, so brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn es Dir schwer fällt in einen Zustand der angenehmen Meditation hinabzugleiten. Umgekehrt: Wenn Dein Inneres eine Müllhalde ist, so brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn sich das auch in Deinem Aussen wiederspiegelt.
Fange einfach irgendwo an und gehe den ersten Schritt. Nach einiger Zeit (Tage oder Wochen) wirst Du stagnieren und dann braucht es den anderen Schritt. Es hilft manchmal sich vorzustellen, dass es die Welt nur noch zwei Jahre gibt – was wäre dann nicht mehr akzeptabel in Deinem Leben, so wie es jetzt grade ist…?
Alles Liebe,
Dirk.
P.S. Der heutige Maya-Kalender (Roter Galaktischer Drache) passt da wieder perfekt dazu:
Wir leben in der materiellen Welt, um mit der Materie zu spielen – wie Kinder im Sandkasten. Beobachte mal, wie Kinder das machen. Immer und immer wieder auf’s neue formen und graben sie im Sand, um es wieder zu zerstören oder vergehen zu lassen. Der Sandkasten bietet nur einen gewissen Raum – um Neues zu formen, MUSS daher das Alte vorher vergehen.
“Erleuchtung – schon wieder…”
“Erleuchtung” (ein geschundenes Wort) ist nicht das plötzliche Resultat eines vorherigen Bemühens. Es ist nicht so, dass man irgendwo Punkte sammelt und wenn dann 1000 Punkte voll sind ruft plötzlich jemand laut ‘Bingo – erleuchtet‘!
“Erleuchtung” (und das Wort ist wirklich untreffend, denn es suggeriert eine Zuwendung nur zum Licht hin) ist nichts, was von Aussen kommt.
“Erleuchtung” (vielleicht nennen wir es besser: Bewusstwerdung) ist nichts, was erlangt werden könnte. Durch keinen Weg und durch kein Mantra und durch keinen Trick.
Wenn Du versuchst erleuchtet zu werden, damit Dein Leben besser wird, wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit Dein Leben verschlechtern.
Wenn Du versuchst erleuchtet zu werden, damit Dein Leben ruhig wird, wird es aufgewühlter werden.
Wenn Du versuchst erleuchtet zu werden, damit Dein Leben einen Sinn erhält, wirst Du nichts als Sinnlosigkeit vorfinden.
Dabei ist es doch alles recht einfach:
Frieden, Sinnhaftigkeit, Schönheit – all das entsteht, wenn man beginnt zu erkennen, was das eigentlich ist, was ich ‘Unruhe‘, ‘Leere‘ und ‘unangenehm‘ nenne. Wenn ich mich traue hinter meine Worthülsen zu blicken, tief in mich hinein. Zu meinem Licht und zu meinen Schatten.
“Was ist das, was ich z.B. als ‘Nicht Gut’ bezeichne?” ist eine Frage, die dann beantwortet ist, wenn man sie so restlos durchdrungen hat, dass sie sich an der Wurzel auflöst.
Dasselbe gilt für die Frage: “Was ist das, was ich als ‘Gut’ bezeichne?“.
Kein Licht ohne Schatten.
Kein Schatten ohne Licht.
Lebe einfach.
Lebe einfach das, was gerade da ist.
Nimm einfach das, was gerade da ist als Anlass, um nach Innen zu blicken – im Kleinen, wie auch im Grossen. Nach und nach löst sich so die Verhaftung mit den Wertungen (und den Gedanken an sich) auf und legt das frei, was Du wirklich bist. Dein Tun und die Spiegelungen in der Welt rücken mehr und mehr in den Hintergrund und Dein Sein und die Spiegelungen in Dir in den Vordergrund.
Dieser Weg nach Innen, der Bewusstwerdung, des Aufwachens; dieser Weg erscheint oftmals steinig und schwer. Und während des ‘Gehens’ ist er das auch. Es fühlt sich alles so unerträglich echt an. Dein Ankommen kündigt sich Stückchen für Stückchen dadurch an, dass ‘steinig‘ und ‘schwer‘ immer weniger greifbar sind und sich letztendlich dahin erlösen, woher sie kamen: Ins Nichts – die Dualität kollabiert in das Eine.
“Wenn Du Bewusstwerdung begreifst als einen Weg zu Dir hin und nicht als eine Möglichkeit der Flucht vor Dir und Deinem Leben – dann wird’s leicht.”
Dirk Liesenfeld.
Der Winter
Ein ruhiges, meditatives Video – wenn Du Dich drauf einlassen magst…?
Alles Liebe,
Dirk Liesenfeld.
“Der Verstand, das Hirn…”
Folgende email bekam ich kürzlich:
Lieber Dirk Liesenfeld,
Vielen Dank für Deinen Report. Es stimmt das Ego plappert die ganze Zeit und ich komme nicht zu mir. Was kann ich unternehmen damit das plappern aufhört und ich mich jeden Tag finde? Du hast die Antwort bestimmt schon mal irgendwo geschrieben, aber ich würde diese Frage mit Dir gerne persönlich besprechen. Ich habe soviel in den letzten 3 Jahren verändert, dass es an der Zeit ist zu sotieren und zu schauen was davon mir ist und was ich übernommen habe.
Liebe Grüsse
L.
Lieber L.,
das “plappernde Hirn” ist immer ein Zeichen von Anhaftung, nicht loslassen wollen, nicht geschehen lassen wollen, in Kontrolle bleiben wollen. Wollen ist das Problem, nicht wahr?
Der Geist wird ruhig, wenn man an nichts mehr festhält.
Normalerweise halten wir an jedem Gedanken fest, wir bewerten die Gedanken mit neuen Gedanken – eine endlose Kette. Ohne das, wäre jeder Gedanke eine “schöpferische Bewegung” eines nicht-anhaftenden Geistes. Ein Phantom, ohne Substanz. Lediglich das festhalten gibt den Gedanken eine Pseudo-Substanz.
In einem meditativen Sein kannst Du die Vergangenheit ruhen lassen – weder Erfolge, noch Mißerfolge haben dann mehr einen Einfluß auf das Jetzt und damit auch nicht mehr auf die Zukunft.
Pläne, Sorgen, Ängste finden dann ihr Ende und damit kehrt Frieden ein, in den Geist. Das Vertrauen darauf, daß das Leben kein Widersacher ist, sondern uns wohlgesonnen ist hilft dabei auf diesem Weg. Das Gegenteil ist eben der Versuch der Kontrolle, das Mißtrauen. Und dies zieht unweigerlich ein hektisches Hirn nach sich.
Nach meiner Erfahrung versuchen Menschen so lange das Leben nach ihrem kleinen Wollen auszuformen, bis sie es nicht mehr aushalten. Bis der tosende Verstand sie kollabieren läßt. Dann fängt meist erst die Hingabe an.
Ein paar wenige gibt es, die einen einfacheren Weg gehen. Sie erkennen, was wahr ist und was nicht.
Wozu gehörst Du, lieber L.?
Alles Liebe,
Dirk.
Wir haben grade mal wieder die Weihnachtszeit und da berührt mich ein Thema ganz besonders: Der Frieden.
Lange Zeit dachte ich, daß man nur selbst friedlich genug sein müßte und dann würde das schon werden mit dem Frieden um mich herum. Das ist aber nicht so, kann auch gar nicht so sein – was für ein Größenwahn. Das hieße doch eigentlich: Wenn ich nur friedvoll genug wäre, dann herrscht auf einmal Frieden in der ganzen Welt, denn die Welt ist ja das, was letztendlich um mich herum ist. Und es geht ja auch nicht wirklich um den Frieden in der Welt, es geht um den Frieden in mir. Je mehr ich im Widerstand bin mit dem was ist: Krieg, Gewalt, Ungerechtigkeit, Armut. Je mehr ich sage: “Das dürfte nicht sein”, umso mehr erzeuge ich Unfrieden in mir.
Will ich wirklich zu einem “Friedensstifter” werden in der Welt, kann das nur geschehen indem ich den Frieden in mir unaufhörlich suche – trotz und gerade dem, was um mich herum sich abspielt. Das ist manchmal gar nicht so leicht, man reagiert einfach so schnell und wird dann zu dem, auf was man reagiert.
Ich kenne da zwei schöne Beispiele aus dem “wahren” Leben – dem PKW-Straßenverkehr.
Da hatte ich mal eine Situation, wo mich ein anderer Verkehrsteilnehmer anhupte und mir den Vogel zeigte. Ich weiß tatsächlich nicht genau, was ich getan habe um das bei ihm auszulösen, aber er wird sicherlich seine Gründe gehabt haben. Und ruck-zuck – ich habe es gar nicht wirklich mitbekommen – sehe ich mich selbst mit steil nach oben gerecktem Mittelfinger. Mist, das ist aber gar nicht spirituell (Hoffentlich sah niemand meinen Aufkleber hinten am Auto mit www.Tantrazentrum.de drauf)
Was aber noch viel stärker ist: Den ganzen Tag trug ich die ganze Geschichte in mir spazieren. Mal war ich auf den Typen im Auto sauer, mal auf mich selbst, mal auf das Leben an sich und sogar auf meinen Sohn habe ich das ganze auch noch projiziert. Erst als ich mich hingesetzt habe und diesen Emotionsbrei in mir gespürt habe, da zeigte sich auf einmal wieder der Frieden.
Im anderen Beispiel war es ähnlich mit einem LWK-Fahrer. Er hupte und schlug sich mit der flachen Hand vor den Kopf um mir meine (aus seiner Sicht empfundene) Beschränktheit mitzuteilen. Diesmal war ich wacher, blieb erstmal ruhig. Spürte seine Wut und Aggression wie sie auf mich einprasselten – Kein schönes Gefühl, da mag man lieber um sich schlagen als zu spüren. Nach einigen Sekunden passierte etwas erstaunliches. Die Gefühle gingen durch mich hindurch, wie durch eine dünne Nebelwand. Ich konnte sie noch immer spüren, aber ich verwechselte mich nicht mehr damit. Und auch bei dem LKW-Fahrer passierte etwas: Mit einem mal erstarrte er und sah sich selbst im Auto herumtoben, ich glaube ihm war sein Verhalten peinlich. Er legte den Gang ein, blickte verwirrt zu mir und ich lächelte ihn an. Er fuhr weiter und ich sah ihn natürlich nie mehr… (Berlin ist groß)
Friedlich sein heißt als allererstes gewillt zu sein zu spüren, was das Leben mir zeigen möchte. Ohne Reaktion, ohne Abwehr, ohne Verdrängung. Das ist sehr unangenehm, manchmal kaum auszuhalten. Und dann, wenn es fast keine Handlung mehr im Außen braucht, zeigt sich auf einmal die Wahrheit. Sieht man das Leben, so, wie es wirklich ist. Setzt man die dreckige Brille ab und sieht das Leben kristallklar. Oft braucht es dann gar nicht mehr so viel Handlung im Außen, manchmal aber erst recht.
Carmen (manche kennen sie aus den Seminaren) erzählte mir da mal eine Geschichte, die ich sehr lehrreich fand. Wir gingen gerade durch Berlin und sahen eine alte Frau, die am Boden saß und bettelte. Carmen berichtete mir, daß es ihr früher sehr schwer fiel an bettelten Menschen vorbei zu gehen, weil sie das mit einer Welle von Schuldgefühlen (weil es ihr gesundheitlich und scheinbar finanziell besser ginge) erfüllte. Also gab sie der alten Frau 20€. Als sie zwei Stunden später wieder an der Frau vorbei kam, torkelte die Frau betrunken mit vollgepinkelten Hosen und einem Einkaufsbeutel voller klappernder Flaschen in der Hand (offensichtlich von den 20€ erworben) über den Gehsteig und konnte kein einziges klares Wort mehr artikulieren. Carmen hat sich dann mit dem Gefühl des Mitleids und Schuld auseinandergesetzt und kam dabei an ihren eigenen Schmerz. Sie stellte fest, daß sie sich mit den 20€ fast so etwas wie “freikaufen” wollte von diesen Gefühlen der Schuld in ihr.
Frieden entsteht da, wo ich mit-fühle.
Und nur daraus entsteht dann eine angemessene Handlung, die wirklich zum Frieden in der Welt beiträgt.
Alles Liebe,
Dirk.
www.Liesenfeld.de