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Wohlwollen

Dirk

 


Das Wohlwollen der Menschen

Den nachfolgenden Text gibt´s auch gesprochen.
Klicke einfach auf den schwarzen Pfeil.

Was mich immer wieder beschäftigt in meinem Leben, das ist das fehlende Wohlwollen der Menschen untereinander. Und es ist ja auch nicht so, dass dies die Menschen toll fänden. Eigentlich jeder sehnt sich doch nach einem liebevollen und respektvollen Umgang miteinander – ja, und doch vor allem im alltäglichen Leben, oder nicht?
Und ich kann das auch bei mir selbst beobachten: so viele Situationen, in denen es mir nicht oder nur schwer gelingt, meinen Mitmenschen Wohlwollen entgegenzubringen. Sei es beim Autofahren, beim Einkauf oder bei öffentlichen Veranstaltungen. Erst einmal scheint da in mir ein Mechanismus zu sein, der jeglichen Handlungen eines anderen – vor allem wenn sie mit meinen Absichten konkurrieren – böswillige Absicht unterstellt. Oder mal zumindest Unaufmerksamkeit oder Dummheit. Es braucht dann einen Moment des Stillhaltens; doch dies erscheint in diesen Momenten nahezu unmöglich. 1000 Gründe, warum man nun reagieren müsste.
“Ja aber das geht doch nicht.” – “Muss das denn sein?” – “Das macht der doch nur, um…”
Doch wenn das scheinbar Unmögliche gelingt, wenn ich diesen kurzen Moment des Inneren Aufbäumens aushalte, dann passiert das Wunder. Nicht nur manchmal, sondern wirklich immer. Ich sehe auf einmal die Sichtweise und die Intentionen des anderen Menschen. Und die sind nicht böse; ja, vielleicht manchmal etwas unbeholfen (doch sicherlich nicht unbeholfener als die meinen), ja vielleicht manchmal etwas unachtsam (…), doch nie böse an sich.
Wenn es gelingt, diesem kleinen Moment Stand zu halten, dann beginnt eine Einsicht in das Mensch-sein, welches tiefer ist als sonst. Es wird deutlich, dass alle Menschen stets ihr Bestes geben. Und das meine ich wortwörtlich. Manchmal reicht es halt nicht, damit daraus Harmonie und Liebe erwächst. Doch das sollte uns nicht davon abhalten es weiter zu suchen und selbst zu versuchen.
In den letzten Jahren gelang es mir besser und besser das Gute im Menschen zu entdecken. Aus meiner damaligen Sicht hätte ich den heutigen Dirk wahrscheinlich als unverbesserlichen Träumer und Weichspüler wahrgenommen. Doch tatsächlich ist es genau anders herum: jemand, der so genau hinschaut, diesen inneren Impulsen standhalten kann, der ist doch wohl der eigentliche Realist. Denn er sieht, was wirklich ist. Hieraus erwächst dann wirkliches Mitgefühl und tiefes Verständnis, nicht nur für die anderen Menschen, sondern auch für sich selbst. Und dies ist die wahre und die einzige Grundlage für ein wirklich friedliches und harmonisches und erfülltes Leben.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Playboy2

Dirk

 

Playboy, zweiter Teil

 

Das hat mich sehr gefreut.
Der Playboy hat nun online eine längere Version des Interviews abgedruckt.
Hier ist es:

Tantra – Lust und Liebe

Alles Liebe,

Dirk.

 

 

 

 

Playboy

Dirk

 

Ein Interview des “Playboy”

 

Eine Mitarbeiterin des Playboy schrieb mir eine Email und bat mich um ein Interview.
Um Tantra und Sexualität sollte es gehen. Das finde ich immer spannend, daher habe ich zugesagt. Sie schickte mir als Vorbereitung einige interessante Fragen zu und einige Zeit später telefonierten wir. Es war ein langes und sehr tiefgehendes Telefonat. Sie fragte sehr interessiert und ich antwortete sehr ausführlich – fast eine Stunde lang.

Ich habe mal hier das Gespräch in geraffter Form reingesetzt:

Haben Tantra-Anhänger
auch manchmal einen Quickie?

Es ist ein wenig wie bei der Frage: “Essen Feinschmecker auch Fast-Food?” Ja, sicherlich auch gelegentlich, aber eben immer seltener. In der Sexualität ist erst einmal grundsätzlich all das erlaubt, was beiden Partnern gefällt und sicherlich ist nicht die Dauer, sondern die Tiefe der Begegnung von Bedeutung, denn Zeit ist relativ und somit ist ja auch der Quickie eine Frage der Sichtweise. Der eine wird alles unter einer Stunde als Quickie sehen, der andere alles über 5 Minuten als Orgie. Jeder Mensch ist anders und ein Quickie ist eher eine Bewertung, als eine reale Größe. Aber zurück zur Frage: Ja – ich habe gerne und guten Sex: Manchmal länger und manchmal kürzer

Was machen Tantra-Anhänger
im Bett anders als andere?

Tantriker sind wahre Götter im Bett. Nein, ernsthaft: Einen Menschen der sich nicht nur Tantriker nennt, sondern das wirklich verinnerlicht hat, ist im Bett die menschliche Begegnung wichtiger, als die sexuelle Befriedigung. Er sieht Freundschaft und Liebe als Basis für die Sexualität und nicht umgekehrt. Tantra kann auch der Verzicht auf eine kleine Befriedigung zu Gunsten der großen Ekstase sein und daher geht es im Tantra eben auch darum die Wahrnehmung zu schulen, was der Schönheit dient und was nicht. Naja und manchmal ist es eben dann so, dass Sexualität die Zuneingung zwischen zwei Menschen vertieft und manchmal wirkt sie hemmend oder gar zerstörerisch. Das meine ich jetzt nicht moralisch, sondern aus einem Bauchgefühl heraus. Und wenn man dann noch dementsprechend handelt, auch und gerade in Situationen, wo es “heiß” wird… dann kann man sich mit Fug und Recht “Tantriker” nennen.

Was ist das Ziel von Tantra?
Worum geht es beim Tantra,
was ist der Kerngedanke
(auf die Sexualität bezogen)?

Tantra ist keine Ansammlung von Techniken und auch kein schlauer Trick um besseren Sex zu haben. Tantra ist ein Lebensweg, ähnlich wie Ayurveda, Tao oder das Christentum. Tantra will mehr Sinnlichkeit UND Sinnhaftigkeit ins Leben bringen. Dabei geht es auch um die Sexualität, aber eben nicht als Ziel, sondern als Werkzeug zur Selbsterkenntnis. Wer oder was bin ich? Was ist die tiefste Ursache für das, was Menschen “Glück” oder “Unglück” nennen und was hat das mit mir zu tun? Zu erkennen, was mir und den anderen Menschen wirklich wohltut und was nicht und dann auch danach das Leben auszurichten – mutig und mit Leib und Seele.

Kann man mit Tantra wirklich
seinen Orgasmus vom Samenerguss
trennen und stundenlang Sex haben?

Warum sollte man das tun? Wenn man Schokolade vom Dickwerden trennen könnte – würde man dann auch stundenlang Schokolade essen wollen? Oder wäre es nicht viel befriedigender, wenn man genau so lange Schokolade isst, wie es lecker schmeckt und ein Genuss ist? Jeder, der den Wunsch nach stundenlangem Sex in sich trägt, sollte erforschen, warum er diesen Wunsch hat. Ich behaupte voller Überzeugung: Wer das wirklich macht, also das wirklich bis zum Ende verfolgt – bei dem wird sich dieser Wunsch dahin verflüchtigen, wo er herkam: Ins Nichts. Im Tantra geht es darum den “Nektar des Lebens” in tiefen Schlücken zu trinken und dann aber auch wieder den Krug abzusetzen, wenn man gesättigt ist. Einatmen und ausatmen…

Was sind deiner Meinung nach die
häufigsten Probleme/Denkfehler
in Sachen Sexualität,
die die Menschen blockieren?

Die größte sexuelle Blockade ist die, dass Menschen blockiert sind und das mit Sex lösen wollen. Der Versuch durch die Sexualität echte Befriedigung zu erlangen funktioniert einfach nicht. Was aber sehr wohl funktioniert ist der Ansatz durch ein befriedigendes Leben die Basis für unglaublich geilen Sex zu bekommen. Im Sex zeigen sich ALLE Themen, die man auch im restlichen Leben hat, doch sind diese Probleme eben nicht im Geschlechtsakt zu lösen, sondern nur im Leben selbst. Es zeigt sich beispielsweise auch der klassische Mann/Frau-Konflikt: Er braucht den Sex um Nähe mit ihr zu erlangen. Und Sie braucht die Nähe um sich sexuelle öffnen zu können. Tantra bietet auch hierfür Lösungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Tantra-Massage. Die ist so etwas wie ein Mittelweg, auf dem sich Mann und Frau begegnen können. Da hat der Mann die Körperlichkeit und die Frau die langsame Annäherung.

Und, die wichtigste Frage:
Was sind die besten Tipps & Tricks,
die deiner Erfahrung nach das
Sexualleben merklich verbessern?
(möglichst konkret und handfest)

Naja, erstmal eben das Wissen darum, dass eben nie die Sexualität das Problem ist. Sie ist immer nur der Indikator. Aber Du willst da jetzt konkrete Tips von mir, oder?
Die zwei größten Männer-Probleme sind ja wohl das zu frühe kommen und das nicht hoch kriegen des Lümmels. Ersteres kann sich auf wunderbare Weise lösen, wenn der Mann sich in der heißen Phase beginnt mehr und mehr auf seinen Atem zu konzentrieren. Das zweite Problem kann sich dadurch lindern, wenn Mann und Frau immer wieder die sogenannte “stille Vereinigung” praktizieren, das heißt: Der Mann führt den Penis – egal ob eregiert oder uneregiert – seitlich liegend in die Frau ein und beide bleiben nun mindestens 20 Minuten völlig still liegen und genießen das ganze, als ob es der ekstatischte Sex wäre. Das muss man einige Wochen üben und schon wird sich was verändern.
Bei den Frauen ist es häufig so, dass es ihnen schwer fällt im Tempo der Männer mitzuhalten und auch häufig aus der Lust fallen. Hier rate ich dazu, sich während der Vereinigung mit voller Aufmerksamkeit auf den eigenen Unterleib zu konzentrieren. Ihn ganz zu entspannen und mit jedem Einatmen sich vorzustellen, wie man heißes Lava von Penis des Mannes in die eigene Scheide zieht. In jedem Ausatmen presst die Frau ihren Unterleib dann gegen das Becken des Mannes und denkt sich ein innerliches “Jaaaa”.
Naja, und Seminare helfen natürlich auch immens die eigene Sexualität in sich selbst und in der Partnerschaft zu entfalten.

Das Interview wurde zwar im aktuellen Playboy abgedruckt, aber leider nur sehr verkürzt.
(Klicke auf das Bild um es zu vergrößern)

Alles Liebe,

Dirk.

 

Schmerz und Leid

Dirk

Der Schmerz und das Leid

Öfter bekomme ich Emails mit der Frage zu Schmerz und Leid. Interessanterweise sind dabei oft “Kopfschmerzen” oder andere “schwer zuordenbare” Schmerzen mit im Spiel. Daher veröffentliche ich auf diesem Weg mal meine Antwort.

Den nachfolgenden Text gibt´s auch gesprochen.
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Es ist natürlich immer schwer aus der Ferne eine “Diagnose” zu geben, daher kann ich nur von meinen bisherigen Erfahrungen mit anderen Menschen sprechen:
Es gibt einen Unterschied zwischen “Schmerz” und “Leid”.
“Schmerz” ist etwas akutes – so in der Art: Du schlägst Dir mit dem Hammer auf den Finger und dann tut es halt weh. Schmerz ist meist recht intensiv und körperlich und klingt nach und nach (sofern Du Dir nicht immer wieder auf den Finger haust) ab. Schmerz ist meist identisch mit dem beginnenden Prozess der Heilung.
“Leid” dagegen ist etwas “Kopfgemachtes”. Es kann ewig andauern, da es sich selbst erneuert. Als ob man sich ständig neu mit dem Kopfhammer auf die innere Wunde schlagen würde. Leid verhindert meist den Schmerz und damit die Heilungsphase. Leid gibt es nur in der Menschenwelt und manchmal bei Haustieren, die sich in einem Abhängigkeitsverhältnis mit Menschen befinden.
Ein Beispiel dazu: Adam und Eva sind ein glückliches Liebespaar. Plötzlich stirbt Eva bei einem Unfall.
Wären Adam und Eva nun zwei Tiere, so wäre die Sache recht vorhersehbar: Adam würde den Schmerz des Verlustes fühlen ohne ihn abzuwehren. Er würde vermutlich einige Tage wenig essen und alle Anzeichen einer starken Trauer zeigen. Er würde nicht äußerlich weinen – da Tiere das nicht können – aber innerlich den Schmerz dennoch in vollem Ausmaß fühlen. Er würde überall nach Eva suchen und wäre lethargischer in seiner Art als sonst. Nach einigen Tagen oder wenigen Wochen ginge sein Leben jedoch in gewohnter Weise weiter. Vermutlich fände er eine neue Partnerin und würde weiterleben wie zuvor. Schmerz durchfühlt, Leben geht weiter.

Wären Adam und Eva nun zwei Menschen, so würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Trauerphase nicht so unmittelbar und direkt ablaufen: Viele Menschen wehren sich gegen den Schmerz – nicht bewusst, sondern in einer automatischen Abwehrreaktion. Sie verweigern sich der Situation, lenken sich ab, versuchen dem Schmerz zu entgehen. Aus diesem Abwehr- und Ausweichverhalten entsteht dann Leid. Während der Schmerz einen intensiven, fast schon “lustvollen” Aspekt in sich trägt, ist das Leid da eher eine zermürbende, destruktive Sache. Es kommt auch – wie schon gesagt – nicht zur Ausheilung, nicht zur Versöhnung mit der Welt und dem sogenannten Unglück. Man will es anders haben und erkennt daher nicht die Chancen, die in diesem Ereignis liegen.
Kopfschmerzen sind oft ein Symptom für diesen Widerstand. Daher kannst Du Dich fragen, ob es etwas gibt in Deinem Leben, wogegen Du Dich unbewusst sperrst? Gab es einige Zeit vor den Kopfschmerzen ein unangenehmes oder gar “dramatisches” Ereignis? Und bekam dieses Ereignis Deine volle Aufmerksamkeit, Annahme und Hingabe?

Alles Liebe,
Dirk.

P.S. Aus juristischen Gründen noch folgenden Zusatz: Dieser Text ist keine ärztliche Diagnose und ersetzt auch nicht die Beratung durch einen Arzt.

 

Schwangerschaft

Schwangerschaft und Partnerschaft

Alles Liebe,

Dirk Liesenfeld.

 

Wurzel des Glückes

Dirk

Die Wurzel des Glückes
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Wann geht es Dir gut?
“Naja,” wirst Du vielleicht jetzt antworten. “Wenn es mir gut geht, oder?”
Und damit hast Du recht. Denn so trivial diese Antwort auch zuerst scheinen mag, sie fasst in aller Kürze und in aller Tiefe die Erklärung für “Glück” zusammen: Uns geht es gut, wenn es uns “gut geht”.
Doch was meinen wir damit, wenn wir sagen: “Mir geht es gut”? Wenn Du genau nachfühlst, dann spürst Du in Momenten, die Du als “Glücksmomente” bezeichnest, ein warmes Strömen im Bauch, Solar und Herz. “Nicht-Glücksmomenten” fehlt dieses Strömen. Stattdessen fühlt man vielleicht nichts, oder gar eine Leere oder ein unangenehmes Ziehen.
Unser Körper gibt uns also eigentlich ein Feedback darüber, ob es ihm gut geht oder nicht. “Eigentlich” deshalb, weil dieses Feedback sich ursprünglich mal (zum Beispiel als Kind) darauf bezog, ob die primären Bedürfnisse erfüllt sind: Essen, Trinken, Schlafen. Und vielleicht auch noch die nachfolgenden Bedürfnisse wie: Spiel, Freiheit usw.
Die meisten Erwachsenen empfinden jedoch nur noch seltene Momente des reinen Glücks – oft nur noch ausserhalb des “normalen” Lebens, also zum Beispiel im Urlaub, beim Frisch-verliebt-sein, beim Sex, bei Drogen oder ähnliches.

Warum nicht im alltäglichen Leben?

Spannende Frage, oder nicht? Viele Worte habe ich schon in zahlreichen Beiträgen dazu geschrieben. Doch diesmal möchte ich Dich dazu einladen, diese Frage im Juli-Seminar mit uns “in Echt” zu erforschen. Es ist eine sehr gefährliche Frage, die nur für mutige Menschen geeignet ist, denn ein jeder, der sich auf diese Reise begibt, wird verändert hinterlassen werden. Doch es ist auch eine lohnende Frage, denn eine lohnende Reise zur Wahrheit beginnt mit ihr. Eine Reise zur alltäglichen Glückseligkeit.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Krafttiere

Dirk

Das Krafttier in Dir

Es ist kurz nach acht Uhr am Morgen, ein typischer Seminarsamstag.
Ein typischer  Seminarsamstag?
Nicht wirklich…

Dieses Seminar findet derzeit bei uns zu Hause statt – in meinem Haus in Bad Belzig. Ungewohnt, aber so berührend und tiefgehend, dass wir diesen Ort zukünftig für Seminare zur Verfügung stellen werden.

Wir haben gestern spontan mit “inneren Kraftwesen” gearbeitet. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig wie Eso-wischi-waschi, ist aber ganz organisch aus der Situation entstanden. Wir haben in unseren Runden bemerkt, dass in den meisten Teilnehmern eine Art ungenutztes Potential schlummert, welches im Alltag keine Befreiung findet und daher immer wieder Situationen entstehen, die nicht wirklich… hmmm… naja, kraftvoll sind. Vielleicht wird es an einem Beispiel deutlicher:

Einer unserer Teilnehmer ist gebürtiger Rumäne und lebt in der Schweiz. Er hat sich dem Leben in der Schweiz gut angepasst. Seine ursprüngliche “rumänische Wildheit”, welche in seiner Kindheit noch voll präsent war, ist über die Jahre einer eher unauffälligen Lebensweise gewichen. Das ist ja auch einerseits ganz gut für den Alltag. Andererseits fehlt ihm oft – meist im Umgang mit Frauen – der “Biss”, das Quäntchen Wildheit, um ganz Präsent als Mann zu sein. Sein Krafttier ist nach seiner Meinung der Otter. Naja – passt ja. Knuffiges Tierchen, welches bei Gefahr untertaucht. Am Abend zuvor hat er am Lagerfeuer von seiner Heimat erzählt und von den wilden Tieren in den Kaparten: Bären, Wölfe und so weiter. Ich frage ihn, was es in ihm bewegt, wenn er sich einen Kapartenwolf als Krafttier vorstellt und seine Augen beginnen zu leuchten.

Im Verlauf dieser Krafttiergeschichte haben wir dann Bilder gemacht, von denen ich hier einige veröffentlichen möchte…

Alles Liebe,
Dirk.

Lupu, der Kapartenwolf

 

Ursa, die Braunbärin

Equida, die Stute

 

Pandera, der Panther

 

Lupa, die Flämingwölfin

 

Ailurus, der wütende Panda
(den Namen hat mir mein Sohn verpasst)

 

Sucht

Dirk

 

Die Sucht nach Frauen
Einer unserer Seminarteilnehmer (den Namen habe ich natürlich geändert) schickte mir heute früh folgende Email. Ich finde sie sehr spannend, weil ich glaube, dass so mancher sich damit gut identifizieren kann. Deshalb habe ich sie hier veröffentlicht und auch meine Antwort dazu.

Lieber Dirk

Mir ist heute nochmal viel tiefer aufgegangen, wie sehr ich von Ines bzw. früheren Frauen abhängig, ja wirklich süchtig bin. Das ist sowas von krass und erschreckend. Wirklich, ich bin richtig erschrocken darüber.

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann und welcher Frau ich zum ersten Mal gesagt habe, dass ich sie liebe. Aber es war vermutlich plötzlich ein irres, vorher noch nicht so erlebtes Gefühl da, von dem ich ja keine Ahnung hatte, was es ist, und da hab ich dann vermutlich gedacht: Jau, das muss diese Liebe sein, von der man immer hört und spricht. Also nenne ich dieses Gefühl jetzt so. Es muss das ja sein und romantisch ist es auch.
Ich habe das nie wirklich hinterfragt.

Meine 1.Freundin sagte mal zu mir: “Soll ich Dir zeigen, wie sehr ich Dich liebe?” Und dann hat sie mir einen geblasen…. Ergo: immer, wenn sich etwas ganz toll anfühlt, muss es Liebe sein. Und dann “musste” ich diese Frauen immer ganz für mich allein haben und versuchen, sie an mich festzubinden, damit ich diesen Kick immer wieder haben kann. Und dann immer die Angst, sie könnten ja vielleicht abhauen…au weia, und dann? Und dann ist das auch noch so oft passiert….

Immerhin kann ich sagen, dass mir diese Frauen, an die ich jetzt denke, nach wie vor wertvoll sind und ich sie auf einer gewissen Ebende vielleicht wirklich “Liebe” oder “geliebt” habe.
Aber das vorherrschende Gefühl während der Beziehungen….hmmm….hat wirklich mehr mit meiner Bedürftigkeit zu tun. Ich weiss ja gar nicht, was eigentlich echte Liebe wirklich ist. Woher auch?

Beim Seminar, während der 2. Atemmeditation und beim 2. Schwitzhüttengang hatte ich dieses irre warme, starke, helle, glückliche Gefühl, was ich bisher in dieser Intensität noch nicht kannte. Als Bezeichnung fiel mir wieder das Wort Liebe ein.
Aber ist das Liebe?
Uff-ich bin verwirrt.

Auf jeden Fall bin ich froh, dass mir das alles ein kleines Stück klarer geworden ist und ich den ganz tiefen Wunsch spüre, erstmal Frauenclean zu werden. Ich ahne, dass das ein langer, sehr steiniger Weg sein wird. Oje- und das im Frühling und wir sprechen hier von Frauen. Nicht von stinkenden Kippen, Bier oder Espresso. Frauen….mit schönen Gesichtern, Beinen bis zum Po, Muschi und Titten. Ahhhh…

Bis bald!

Umarmung

Reiner.

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Lieber Reiner,

eine schöne Spur, die Du da verfolgst und sehr mutig, dass Du Dich nun an diese “heilige Kuh” herangeschlichen hast. Doch wenn Du nun diese heilige Kuh schlachtest, wird sie Dir keine Milch mehr geben.

Und es wird dann auch nur kurze Zeit dauern, bis die nächste heilige Kuh in Dein Leben tritt – vielleicht in Form eines heiligen Schweines oder eines heiligen Sojafeldes, um mal in diesem Bild zu bleiben.
Konkret meine ich damit, dass es zwei Arten von Sucht gibt:
Es gibt die “klassische” Sucht, also den Süchtigen, der von etwas abhängig ist und dieser Sucht fröhnt; vielleicht noch scheinbar frei, vielleicht schon im Suchtdruck; vielleicht einigermaßen balanciert, vielleicht aber auch schon offensichtlich im Kampf.
Es gibt aber auch noch die “versteckte” Sucht, also den Süchtigen, der “entzogen” hat und nun abstinent vom Suchtmittel lebt. Er ist noch immer süchtig, doch hat sich diszipliniert. Meist sucht (!) man sich dann unbewusst einen Ersatz: Aus Zigaretten werden Kaugummis, aus Frauen wird Internet, aus Heroin wird Zucker… was auch immer.

Was gilt es nun also zu tun? Wenn Du nun also einfach die Frauen mit den langen Beinen weglässt, wirst Du keinen Frieden finden. Wenn Du sie weiter (be-)nutzen würdest, wie in der Vergangenheit, auch nicht. Was es früher oder später für jeden Süchtigen (und dazu gehören 99,9% der Menschen) braucht, ist das “durchdringen” der Sucht. Also den hochbewussten Umgang mit dem Suchtmittel. WAS sind meine Suchtmittel? WANN brauche ich sie? WIE wirken sie in mir?
Du bist die ersten Schritte in dieser Richtung schon gegangen und vertraue da jetzt einfach darauf, dass es das Leben gut mit Dir meint. Sei so wachsam, wie es Dir möglich ist im Umgang mit Frauen. Lerne den Kontakt mit Frauen WIRKLICH zu genießen. Wie geht das überhaupt? Wie ist für Dich ein Umgang mit Frauen möglich, der Dich (und damit auch die Frau) auf allen Ebenen voll und ganz nährt? Lass Dich GANZ (mit Leib und Seele) auf die Frauen ein, halte nichts, nichts zurück. Und dann komme immer wieder GANZ zu Dir selbst zurück, indem Du Dich völlig frei machst von der Bindung.
Ent-wicklung ist der Schritt aus der Ver-wicklung heraus. Umgekehrt heißt das doch: Ohne vorherige Verwicklung, gäbe es keine Entwicklung, oder? Verwickel Dich also, bis es Dir schwindelig wird und dann vergesse aber nicht den Entwicklungsschritt dabei.
Das Leben ist eine Kunst, die gelernt werden will und wie öde wäre es, wenn es dabei nichts Neues gäbe oder? Das wäre doch wie ein Leben lang die erste Grundschulklasse zu besuchen!

Forsche weiter und höre nicht auf, bis dieses “strahlende Gefühl” (eigentlich ist es ja eine innere Leichtigkeit, oder nicht?) ein Dauerzustand geworden ist. “Was ist Liebe” ist dabei eine sehr, sehr dienliche Frage auf diesem Weg. Eine Frage die nie beantwortet werden kann, Dich aber immer tiefer führt.

Alles Liebe,
Dirk Liesenfeld.

 

Der Tiger

Dirk

Lass ihn raus, den Tiger!
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… or would you like to listen to it in english?

Lass ihn raus den Tiger…

Spiritualität ist NICHT, sich alles gefallen zu lassen.
Spiritualität ist auch NICHT, einfach um sich zu schlagen.
Es ist vielmehr die kunstfertige und hellwache Balance zwischen der Hingabe, zu dem was ist und dem “richtigen” Handeln (“richtig” nicht im moralischen Sinne)
Situationen, die Dir immer wieder begegnen, haben stets die eigentliche Ursache in Deinem Inneren. Das heisst nicht, dass das “Aussen” jetzt Narrenfreiheit hat. Wenn mir jemand auf die rechte Wange schlägt, halte ich nicht automatisch die linke auch noch hin. Nicht automatisch, aber manchmal doch. Manchmal gehe ich jedoch auch weg. Und ganz manchmal – also sehr, sehr selten – schlage ich zurück.

“Wann ist nun also welche Handlung sinnvoll”, könntest Du jetzt fragen?

Diese Frage bringt Dich nicht weiter, da es für das Leben keine Gebrauchsanweisung gibt, auch wenn Dir dies viele Menschen, Bücher oder Glaubenssysteme gerne weissmachen wollen. Der erste Schritt ist ganz zu fühlen, was etwas mit Dir macht. Dafür hat man – wenn man daran denkt – in den meisten Situationen Raum. Wie fühlt es sich an, wenn Dir jemand zum Beispiel per Email schreibt, dass Du absolut “blabla” bist und überhaupt froh sein könntest, wenn überhaupt “blabla”. Meist fühlt man da zuerst Wut und will es dem anderen zurückzahlen. Manche fühlen auch Scham oder Trauer und wollen es wieder einrenken. Im ersten Fall wird man zum (Mit-)Täter, im zweiten Fall zum (freiwilligen) Opfer.
Die dritte Möglichkeit ist die, einfach erstmal nichts zu tun, ausser – ganz zu fühlen, was da in Dir vor sich geht. Sich selbst aushalten und dabei äusserlich stillhalten. Ruhig einige Tage lang.
Und erst wenn sich Dein Innerstes beruhigt hat, erst wenn die Antwort oder Handlung im Aussen nicht mehr wirklich wichtig wäre. Erst dann entspringt aus Dir die “richtige” Aktion. Es ist dann eben keine Reaktion mehr, sondern eine Aktion, die wirklich ganz von Dir kommt. Manchmal muss man ihn dann rauslassen, den Tiger. Manchmal einfach nur den Anderen mehr lieben. Manchmal einfach weggehen. Meist braucht es jedoch gar nichts mehr.

Wie ist das nun in Konflikten, aus denen man nicht einfach weggehen kann oder will? Vielleicht an einer Arbeitsstelle, die echt gut wäre, wenn da nicht der doofe Kollege wäre? Oder bei einem Geburtstag des Vaters, wenn da nicht die ständig nörgelnde Mutter wäre? Oder dem Wohnort, wenn da nicht der Nachbar unterhalb wäre?
Die Antwort ist einfach, sie umzusetzen etwas anspruchsvoller. Zuerst – wie oben beschrieben – stillhalten. Die Gefühle stiller werden lassen, zum Beispiel zu Hause erstmal. Dann schauen, was die eigene Position in diesem Streit ist.
Die meisten Streits laufen ja nach diesem Schema ab: Einer behauptet was, zum Beispiel: “Es ist doch ganz klar, dass Du jedesmal blabla und das geht nicht weil blabla.” Dann sagt der Andere: “Nein das stimmt nicht, weil blabla.” Damit machen beide dasselbe – sie setzen den Anderen ins Unrecht und sich selbst ins Recht. Was es also braucht, ist erstmal eine ausgestreckte Hand in Sinne eines Stopschildes (vielleicht sogar in Echt) und die Botschaft: “Moment, das geht mir jetzt zu nah.” und danach die Botschaft: “Aha, bei Dir ist es also so, dass Du denkst es müsste blabla. Bei mir ist das anders, nämlich blabla. Können wir da irgendwie ein Miteinander finden?” Dadurch wird aus dem unlösbaren “richtig” und “falsch” eine eventuell lösbare Herausforderung trotz der unterschiedlichen Sichtweise ein Miteinander zu finden. Vielleicht gibt es im Einzelfall kein Miteinander, dann kann man aber den anderen mit seiner anderen Sichtweise gut so sein lassen und wählt für sich die richtige Distanz, damit es einem selbst und allen anderen gut geht.

Weg vom Gegeneinander und hin zum Miteinander – die Basis für Frieden in mir und in der Welt.
Seine eigenen Gefühle (er)tragen lernen, ist der erste Schritt zu diesem Ziel.
Sobald es in Dir friedlicher wird, passt sich auch das Aussen an. Nicht umgekehrt.
Schritt für Schritt…

Alles Liebe,
Dirk.

 

Gott und Teufel

Dirk

Gott und Teufel

Schau Dir dieses Bild mal genau an, lass Dir Zeit dafür.
(Du kannst daraufklicken, dann wird es größer)


Mit welcher Seite fühlst Du Dich mehr verbunden, welche lehnst Du ab?

Denn genau dieses Bild verkörpert jeder Mensch.
Und es geht nicht darum, dass irgendwann mal eine Seite gewinnt, sondern, dass beide Seite ihren Frieden und ihre Freude und ihre Freiheit damit finden, dass es die jeweilig andere Seite gibt und sie ebenso Berechtigung hat, wie die eigene. Mehr noch: Es geht eigentlich darum, dass man erkennt, dass das Mensch-sein aus beidem erschaffen ist.

Nicht irgendein Gott hat irgendeinen Teufel erschaffen und auch nicht umgekehrt.
Beides entstand zugleich, als zwei Schalen einer Waage. Würde man eine Schale dieser Waage entfernen, so bliebe keine Waage mehr übrig. Gott und Teufel, Ying und Yang, Mann und Frau, Tun und Hingabe, Einatmen und Ausatmen, Angst und Vertrauen, Religion und Atheismus … die Liste könnte man endlos führen. Und nie geht es darum einen Teil der Gleichung zu entfernen; nie geht es darum, dass ein Teil der Gleichung falscher oder richtiger wäre als der andere.

Selbst falsch und richtig sind “Gegensatzpaare” dieser Gleichung. Gäbe es eines von beidem nicht mehr, würde jegliches menschliches erfahren und lernen zum erliegen kommen.

Wenn Du diese Wahrheit zutiefst in Dir erkennst und mit dem Herzen verstehst, kehrt mehr und mehr ein Frieden in Dir ein, der jenseits vom Gegensatzpaar “Krieg” und “Frieden” liegt. So wie in diesem Bild meines Sohnes…

Alles Liebe,
Dirk.