In Allgemeines am 29.7.2010 11:11 von Carmen Arndt
Da steht sie. Sie ist so wunderschön anzusehen.
Ihr Duft betörend bei jedem Atemzug,
der Glanz ihrer Farbe durch die Sonne ein wenig verblasst,
steht sie zufällig in ihrer ganzen Pracht am Ufer eines Bachs.
Ohne ein genaues Ziel vor Augen,
hat das Leben sie wörtlich hierher gespült.
Ein Samen, ein Windhauch und ein paar Regentropfen pur,
ließ sie hier wachsen, inmitten der unberührten Natur.
Harmonie erklingt in ihrem eigenen inneren Raum –
lieblich und fein, makellos und rein.
Sie liebt es, im Einklang mit sich selbst und der Welt zu sein.
Kann sie diesen Einklang auch wahrlich für sich (er)halten?
Was hat sie bisher alles hier an diesem Bach erlebt?
Sie blieb bei Sturm, Hagel, Regen, Schnee und Sonnenschein –
aus eigener Kraft, fest verankert auf der Erde in ihrem eigenen Sein.
Weder das benachbarte Gras, der Regenwurm,
noch das Insekt können das sehen,
denn sie leben hier auf dieser Welt ihr eigenes Leben
und können das Dasein nur auf ihrer eigenen Art und Weise „verstehen“.
Ein Wanderer kommt am Wegesrand daher,
bricht gedankenlos ein Stück von ihr ab,
um es für sich selbst in Anspruch zu nehmen.
Er weiß es nicht besser, er lebt eben sein eigenes Leben.
Sie liebt ihr Leben, sie liebt das Singen der Vögel,
das Summen der Bienen, der Hummeln,
den zarten Flügelschlag der bunten Schmetterlinge,
die so sanft über ihr Haupt schweben.
Sie verschenkt sehr gern ein Teil von sich an andere,
um sich selbst immer wieder auf´s Neue zu erleben.
Jetzt steht sie zerbrochen am Bach,
ein Teil von ihr liegt nun am Boden,
ihr Duft vom Wanderer eingesogen,
derselbe nun freudig und verspielt seines Weges geht.
Als letzten Gruß zum Abschied winkt sie trotz alledem
dem Wanderer entgegen und
entlässt einen Teil aus ihrem Leben in den Bach.
Ein Samen, ein Windhauch und ein paar Regentropfen pur,
bleiben zurück inmitten der unberührten Natur.
Harmonie erklingt bald wieder in einem neuen inneren Raum –
lieblich und fein, makellos und rein.
Neues Leben entsteht.
Ein Samen genügt.
Das Leben findet immer wieder seinen eigenen Weg.
In Allgemeines am 9.7.2010 8:12 von Dirk Liesenfeld
Drei besondere Minuten mit meinem Sohn
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Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, wenn ich meinen Sohn abends ins Bett bringe, nochmal einige Minuten länger mit ihm zu kuscheln, als ich es eigentlich täte. Das heißt, wenn ich normalerweise aufstünde und mich leise aus dem Zimmer schleichen würde, bleibe ich noch etwas länger bei ihm liegen und mache mir bewusst, was ich für ihn empfinde und wie sehr ich ihn liebe.
Dieses “Ritual” ist daraus entstanden, dass ich mir bewusst bin, dass jeder Tag mit ihm der letzte sein könnte und damit jeder Moment etwas besonderes ist.
Mir ist das schon oft begegnet in der Arbeit mit Menschen: Da stirbt ein liebgewonnenes Wesen überraschend, und dem zurück bleibenden Partner, Vater, Mutter, Kind wird plötzlich klar, dass da noch was offen ist. Etwas nicht gesagt, gefühlt, geteilt wurde – nicht aus böser Absicht, sondern meist aus einer Unbewusstheit (dem Tode gegenüber) heraus. In solch einer Situation würde der Trauernde alles opfern um nur noch einmal einige Minuten mit dem verstorbenen Menschen verbringen zu können – doch das ist dann nicht mehr möglich. Darum hänge ich an meine “normale” Zeit eben nochmal die “paar Minuten” dran, für die ich gar nichts “opfern” muss, ausser ein paar Minuten und meine Aufmerksamkeit.
Dieses “Ritual” kann man übrigens für sein ganzes Leben anwenden:
In der Natur, beim Essen, beim einkuscheln im Bett, am letzten Urlaubstag, beim hüpfen und tanzen, beim sehen und hören, beim fühlen und schmecken. Mensch zu sein ist ein Geschenk, dass entdeckt werden will.
Diese “paar Minuten” haben übrigens die wundervolle Eigenschaft sich nach und nach zu vermehren und zu ein paar Stunden zu werden und schließlich zu einem Dauerzustand: Ich fühle meine Liebe (nicht nur zu meinem Sohn, sondern zu allem in meinem Leben) nahezu durchgängig – doch das Ritual der paar Minuten hinten dran, habe ich für ganz besondere Momente beibehalten.
Ein kleiner Frieden – Ein Drama in 3 Akten
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1 Akt
Schmerwitz, das kleine Dorf in dem ich lebe, ist eine kleine Oase der Ruhe und des friedlichen Miteinanders. Das gilt auch für die Hunde, die fast ausnahmslos frei herumlaufen.
Bis auf einen.
Dieser Eine ist ein kleiner, schwarz- brauner, vielbellender Dackel. Sein Herrchen ist einer von diesen ungemütlichen Zeitgenossen, die schon von weit entfernt einer freudig spielenden Hunde- Menschengruppe zuruft:” Sie müssen ihre Hunde aber an die Leine nehmen. Sowas ist verboten. Ich hole gleich die Polizei.” oder :” sonst mache ich meinen Hund los,” und stachelt seinen Hund auf, der wild die anderen Hunde ankläfft.
2 Akt
So lebte die Schmerwitzer Hundebesitzerwelt, nur getrübt durch diesen kleinen Wehmutstropfen, in Eintracht vor sich hin.
Bis zu diesem Tag: Negro, die schwarze, gutmütige Dogge und beliebter Spielpartner unserer Ridgebackhündin Inja, ist freilaufend mit seinem Herrchen auf der großen Dorfwiese unterwegs. Etwas weiter entfernt ist ein Bellen zu hören, das Negros Aufmerksamkeit zu erregen scheint. Er läuft los! Und stößt auf besagtes Herrchen mit Dackel, der Negro wütend anbellt. Meistens gibt es in solchen Fällen lautstarkes Geplänkel zwischen Hunden und Besitzern. Danach trennt man sich, wütend auf den Anderen vor sich hin schimpfend.
Diesmal aber nicht. Negro packt sich Arni, den Dackel, am Genick, schüttelt ihn einmal und ….. das gesamte Nackenfell ist aufgerissen. Ein Albtraum. Das will einem einfach nicht passieren. Darf auch nicht passieren.
Ein völlig aufgelöster Besitzer, eine empörte Tierärtztin, Anzeige beim Ordnungsamt. Ortsbegehung des Ordnungsamtleiters vor Ort. Das Ergebnis: Negro hätte nicht angeleint gewesen sein müssen. Die Wiese ist zwar öffentlich, aber in privatem Besitz. Stoff für ausgedehnte Diskussionen.
Schuld und böse Absicht kann man Negros Besitzer nicht vorwerfen. Das nützt ihm aber irgendwie auch nichts, da sein Hund ungefähr 15 Mal so groß wie der Dackel ist.
3 Akt
Ich jogge mit Inja, die ruhig und gelassen neben mir läuft, die Straße zum Wald entlang. Plötzlich taucht eine Silhouette vor mir auf. Der Dackelmann! Ich bin gespannt auf die Begegnung und trabe entspannt weiter. Schon als wir noch einige Meter voneinander entfernt sind, fängt Arni wütend an zu kläffen und wird von seinem Besitzer auf den Arm genommen, wo er weiter zetert. Und schon folgt das Unvermeidliche: Nehmen Sie ihren Hund an die Leine! Das muss man. Sie dürfen ihren Hund nicht frei herumlaufen lassen. Ich weiß das.!”
“Nein! Ich muss meinen Hund nicht an die Leine nehmen.” “Doch!” “Nein, ich habe den Gesetzestext ausgedruckt. *Ich darf meinen Hund hier ohne Leine laufen lassen.* Und ausserdem finde ich es schon wunderlich: mein Hund steht hier völlig entspannt und gelassen. Ihr Hund hingegen kläfft und sie müssen ihn sogar hochnehmen.!” “Na ja, meint er, sonst passiert sowas nochmal…..”.
” Das, hake ich ein, kann ich verstehen, dass Sie davor Angst haben.” Der Dialog geht noch einige Zeit weiter. Er ist sehr aufgebracht, aber ich räume immer wieder ein, dass mir sein Hund sehr leid täte, ich seine Angst verständlich finde und an seiner Stelle auch mehr als aufgebracht wäre. Aber ich vertrete auch meine Ansicht, Negro sei mir als freundlicher, gutmütiger Hund bekannt, der völlig legal frei herumgelaufen sei.
Der Mann erzählt mir dann, er habe drei Jahre gebraucht, um sich für diesen Hund zu entscheiden und wie schrecklich der Moment des Angriffs für ihn gewesen sei. Mit einem Mal verstehe ich, dass es einfach nur die Angst um seinen Hund ist, die diesen Mann so unfreundlich sein und auf Recht und Ordnung pochen lässt. Unser Gespräch endet ruhig und mit leichtem Erstaunen übereinander. Die ” Nackenhaare” bleiben aber leicht aufgestellt.
Am nächsten Tag, an fast der gleichen Stelle: wieder der Dackelmann. Ich nehme Inja ” bei Fuß”, bleibe in respektvollem Abstand und Grüße ihn. Er grüßt zurück, Arni will deutlich zu Inja hin, was mich veranlasst ihn zu fragen, ob ich näher kommen kann. Er stimmt zu und wir fangen vorsichtig eine Unterhaltung an. Er erzählt mir von seiner Frau, der der Hund gehört hat, bevor sie vor sieben Jahren an Krebs gestorben ist. Er und sein Sohn haben sie zwei Wochen lang begleitet, bis sie dann eines Nachmittags in seinem Beisein gestorben ist. Er sei seiner Frau so dankbar gewesen, dass sie, trotzdem er 35 Jahre zur See gefahren sei, dabei auch immer wieder wochenlang unterwegs, bei ihm geblieben war. Wir sinnieren noch einige Momente über die Traurigkeit des Todes. Ich sage ihm, dass ich nun verstehe wie wichtig ihm der Hund ist und sehe wie tief traurig er immer noch ist. Wir reden noch einige Momente weiter, dann verabschiede ich mich.
Auf dem Rückweg fällt mir auf, das ich wie beseelt von etwas bin: es ist dieser kleine Frieden, den der Dackelmann und ich so unverhofft miteinander gefunden haben.
Es ist so, als wäre ein kleines Gewicht auf der Waagschale von Krieg und Frieden hinzugekommen; durch diese Begegnung ist meine von Ölpest, innerdeutschem Politchaos etc. ins ungerade geratene Waagschale wieder mehr ins Gleichgewicht gekommen.
Ich kann das Ölloch im Ozean nicht stopfen und auch den Elektrosmog nicht abschalten, aber ich kann in meiner alltäglichen Welt der Liebe treu bleiben.
An Stellen, an denen sich Schönheit, Verbundenheit oder Frieden zeigen wollen mich für das Verständnis und nicht für das Rechthaben entscheiden.
In Allgemeines am 27.6.2010 8:15 von Dirk Liesenfeld
Spiritualität in London
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Derzeit verbringe ich ein paar Tage in London, und ich schreibe diese Zeilen in der National-Gallery am Time Square.
London ist eine sehr interessante Stadt – sehr laut, vielfältig und schnell.Vielleicht am ehesten mit Paris oder New York vergleichbar; eine Weltstadt halt. Doch wenn man genauer hinsieht, zwischen den Zeilen liest, zeigen sich die Perlen. Kommt das Unerwartete zu Tage. Mir begegnet hier eine Art Spiritualität, die sich wohltuend von der “Konzept-Spiritualität” abhebt. Shiva-Shakti, Herzchakra, Tantra, Kundalini-Aufstieg – das scheint man hier nicht zu kennen. Das einzige Namasté, welches ich hier fand, war der Name eines indischen Restaurants, noch nicht mal ein biologisches. Doch, was mir hier seit meiner Ankunft wirklich ständig begegnet, ist eine ganz besondere, eine gelebte Spiritualität.
Schon am Flughafen am Information-Desk: Ein 1,95 Großer Bär von einem Mann, afrikanischer Herkunft. Ganz ruhig ist er und freundlich. Während er mir eine kurze Einführung über London gibt, lacht er viel, scherzt mit mir und seinen beiden Kolleginnen: Er macht offensichtlich seinen Job gerne, hat ein inneres Strahlen und eine ansteckende Zufriedenheit. Im Zug begegnen wir einem Schaffner, voller Charme und sprudelnde Freude. Auch er ist erfüllt von seinem Tun, ist augenscheinlich mit Leib und Seele Schaffner.
Viele Begegnungen dieser Art erlebe ich dieser Tage, und nun – gerade eben in der National-Gallery – noch eine, die mich zutiefst berührt:
The ugly dutchess
Eine Schulklasse sitzt vor einem Bild. Es ist ein seltsames Bild. Eine aufgetakelte, alte Frau in einem Kleidchen, welches wohl eher zu einer jungen Frau passen würde. Grotesk und perfekt geeignet um unbändige Langeweile in der Schulklasse zu erzeugen. Doch nicht hier, denn der Museumsführer liebt ebenfalls seinen (ganz sicher völlig unterbezahlten) Job. Mit einem unglaublichen Charm und Eifer fesselt er das Grüppchen mit seinen Erzählungen – eine Stecknadel könnte man fallen hören in seinen Sprechpausen. Er stellt eine Frage an die vorpubertäre Gruppe, alle Arme schießen nach oben – das soll ihm mal jemand nachmachen.
Dann das für mich Unfassbare: Er schaut in die Gruppe und sagt: “Did you know, you are perfect?” – “Wusstet ihr, dass ihr perfekt seid?” Er schaut einen Jungen an und sagt: “Du bist ein göttliches Wesen”, dann zu einem Mädchen mit Brille und Zahnspange: “Du bist umwerfend schön.” Und wieder zu einem Jungen: “Du bist ein großartiger Mensch.”
Und nun zu allen Besuchern im Raum: “Ist es ein Problem alt zu sein? Sicherlich nicht. Doch ist es ein Problem, nicht alt werden zu wollen? Sich nicht annehmen zu können, als das, was man ist? Schaut euch diese Frau an, die nicht alt sein möchte; sich als junges Mädchen darstellt und dadurch grotesk und lächerlich wirkt. Würde sie sich annehmen, als das, was sie ist, so wäre sie würdevoll und schön. Und genau das, wollte der Künstler hier darstellen. Can you hear, what the picture is telling you?”
… und alle können es hören und fühlen.
Ich verlasse den Raum und bin dem “Museums-Seminarleiter” sehr dankbar, dass er sich so an die Welt verschenkt.
Egal, was Du tust – lass es ein Seminar sein, einen besonderen Raum der Liebe und des Miteinanders. Das Maß Deiner Spiritualität zeigt sich an Deiner Fähigkeit, jeden Moment freudvoll genießen und annehmen zu können. Und Nächstenliebe ist in diesem Sinne die Fähigkeit, andere Menschen an dieser inneren Freude teilhaben zu lassen.
Vor einigen Tagen hatte ich den folgenden Briefwechsel. Ich möchte ihn hier veröffentlichen, da ich finde, dass Danis Mail, zwar kurz ist, aber alles Wesentliche beinhaltet. An die Stelle der Angst und der Alpträume lässt sich natürlich jedes beliebige andere Gefühl setzen. Es geht im Grunde immer um dieselbe Erfahrung:
Liebe Sarah,
du bist tief in meinem Herzen. Immer wenn es in meinem Leben etwas schwierig wird, denke ich an das was du gesagt hast.
Der Atem ist eine Säule in mir und der nächste Atemzug wird kommen und danach noch einer.
Ich habe schon sehr lange Alpträume und wenn ich Nachts aufwache, denke ich an meinem Atem.
Das hilft mir um mich wieder meinen Träumen zu stellen.
Mit einem Küsschen,
Danny ,
Liebe Daniela,
ich wünsche dir viel Mut und Kraft weiterzumachen. Irgendwann verliert der Schrecken seinen Schrecken.
Dann bleibt nur das Gefühl über, das der Traum transportieren will. Das ist auch nicht einfach, aber du kannst dich ausdehnen, über das Gefühl hinaus. Dann ist es zwar auch immer noch da, aber du spürst, du bist mehr als das. Die Gefühle der Alpträume sind ein Raum im Haus des Menschen, sie sind oft unerträglich, aber sie gehören dazu, sind immer in dieser Welt da. Aber du musst auch nicht endlos in diesen Räumen bleiben, erfasse sie in ihrer gesamten Größe, aber bringe ein Spalt zwischen dich und ihnen, dann kannst du sie fühlen, in ihrer puren Essenz, ohne das du sie mit deiner persönlichen Geschichte verweben musst. Fühle sie, aber bleibe teilnahmslos dabei.(Ein weiterer Kohan).
Und treffe die Entscheidung diese Räume wieder verlassen zu wollen. Suche auch die anderen Räume der Leichtigkeit und des Glücks auf. Aber bleibe dir der anderen Räume bewußt. Und wenn sie sich wieder öffnen, dann sträube dich nicht sie zu betreten, ( weite deinen Solar, deinen ganzen Bauch) denn du weißt, du hast sie schon ganz durchfühlt. Du weißt was dich dort erwartet und du hattest die Kraft, die Gefühle zu halten. Und wenn du dort bist, dann bleib dir wieder der Leichtigkeit und des Glücks bewußt.
Werde so weit, so groß, dass du alle Räume in dir spüren kannst. Das ist letztendlich mit Integration gemeint.
Und vielleicht wirst du auch entdecken, dass es gar nicht so einfach ist sich von den unliebsamen Räumen zu verabschieden, um sich der Leichtigkeit , der Freude und dem Gelingen zu zuwenden. Sieh dich als eine Forscherin an.So wie früher die fremden und auch manchmal furchterregenden Länder und Kontinente erforscht wurden, so erforsche deine innere Welt.
Nimm das alles aber nicht zu persönlich, sicher ist ein Teil davon deine eigene Geschichte.
Diese ist in der Tat bei jedem Menschen unterschiedlich, aber das Spektrum der Gefühle ist bei jedem Menschen gleich.
Ich finde es sehr verbindend, mir immer wieder bewußt zu machen, dass es in jedem Menschen im Prinzip gleich aussieht, wir alle vor der gleichen Aufgabe stehen.
So kann ich auch Menschen, die ich persönlich vielleicht unsymphatisch finde, zumindest respektvoll oder mitfühlend betrachten, denn ich weiß, im Grunde gibt es keinen Unterschied zwischen uns.
Liebe Daniela,
Ich bin dir ebenfalls sehr verbunden.
Viele liebe Grüße an dich,
Sarah.
Liebe & Mitgefühl Wenn ich spüre, ich habe ein Gefühl bedeutet das auch gleich: „Ich bin im Mitgefühl?“ Ausgelöst von einer scheinbaren Ursache im Außen – beginnt im Inneren sich Etwas zu zeigen, was dringend nach draußen will. Doch was ist das mit dieser Dringlichkeit? Warum geben wir Menschen uns so wenig Zeit? Schaue ich mir doch erst einmal alles genauer an – bevor ich ins Außen trete und gebe dann erst bekannt – wie es mir tatsächlich geht.
Bin ich in Freude oder im Leid? Tue ich – egal, was sich gerade zeigt – immer das Gleiche wie ein „Gebet“? Kann ich meine Gefühle, die in mir „toben“, halten und mein Innerstes zu einem späteren Zeitpunkt entfalten? Bin ich mir auch im Klaren darüber, was dies nach sich zieht?
Ist in mir die Freude – dann kann ich auch davon ausgehen – es herrscht an einem anderen Ort der Krieg. Egal – wo sich alles abspielen mag. Die Gleichzeitigkeit steht vor mir und mahnt, dass beides sich immer parallel anbahnt. Wenn in mir die Freude ist, ich unbekümmert und losgelöst vom Ganzen lebe – ist der Krieg bei jemand anderen – den ich ihm einfach „übergebe“. Hab dies oft selbst schon „kreiert“ in meinem Leben. Ich hoffe, die Welt kann mir dafür vergeben. Jede Handlung, die ich tu – füge ich nicht nur mir, sondern auch einem anderen hinzu.
Ich lebe nicht losgelöst auf dieser Welt, denn alles ist verbunden – wenn auch nicht sichtbar in einem energetischen Feld. Lebe ich im Mitgefühl? Lebe ich ganz verbunden in diesem Feld? Schaue ich achtsam auf die Art und Weise meines Geschehens in diese Welt? Ist jedes Wesen – ob Mensch, Tier, Pflanze, Erde und das gesamte Universum mit Allem mir noch Unbekannten darin integriert?
Was ist der Sinn vom Mitgefühl? Ist die Liebe hier im Spiel? Meist spielt der Mensch für sich allein – losgelöst vom ganzen Geschehen auf dieser Welt – ein Schein. Kummer und Leid entstehen daraus und halten sich im Körper fest – wie ein großer Stein, der so schwer ist und mich herunter zieht, kaum auszuhalten – wie im Krieg. Der Wunsch nach Erlösung ist dann riesengroß – wie ein Tod, der vor mir steht – liegt schwer in meinem Schoß. Doch was genau will hier nicht im Streben liegen? Es ist Etwas – welches sich einsam fühlt, in seinem Schmerz sich ergießt und nicht mehr spürt, worum es hier denn eigentlich geht. Es hat in jenem Augenblick die Verbindung zu seinem Herzen verloren und weint um sich SELBT wegen – ganz still, weil es in Wahrheit friedvoll leben will.
Sterben, jeden Tag Stück für Stück. Ist das die Erlösung in Richtung Glück? Ist Glück und Freude das erstrebenswerte Ziel? Ist die Liebe ein Begehren und ich nehme teil an diesem Spiel? Bin ich stets – in meiner Freude, die ich spüre – auch vom Mitgefühl für die ganze Welt geführt? Ich will wach sein – ich bin es allein, die sich an jene Orte selbst hin führt.
Freude und Leid sind immer gleichzeitig da. Wie eine Welle – mit Berg und Tal – die unserem Leben scheinbar einen steten Rhythmus gibt, um uns daran zu erinnern, dass alles, was uns berührt, „bunte“ Bewegungen nach sich zieht. Nur ein Wort: „Frieden oder Krieg?“ Auch wenn das Wort „Krieg“ im Moment der Freude nicht sichtbar ist, ist dieses Wort an einem anderen Ort und im Augenblick des Glücks nur scheinbar „besiegt“.
Ich spüre täglich – diese Vibrationen des Auf und Ab als kleine „Beben“ in mir – wie Energien in meinen Körper sich spiralförmig um eine Achse drehen – im Hier.
Ich bin da und gehe mit dem, was in mir ist, beobachte mich selbst und bleibe achtsam in der Stille, auch wenn eines von vielen Geistern in mir – mich von INNEN scheinbar mit all seinen Auslegungen von dieser Welt – zerfrisst. Ich fühle und integriere alle Möglichkeiten der Bewegungen in mir. Das ist mein eigener persönlicher Beitrag für den kommenden Frieden im HIER. Meine Taten werden sich automatisch in rechte Handlung transformieren – Liebe und Mitgefühl zeigen sich von selbstund bringen mir so den ersehnten Frieden.
Schau, was der heutige Tag – an Bewegungen in Dir – bringen mag.
Denk daran – es ist nur eine Energie – Du definierst selbst das Wort dazu und kreierst Dir damit Deinen Tag.
Ich wünsche Dir alles Liebe und lass es Dir gut gehen.
Carmen
In Allgemeines am 14.6.2010 8:12 von Dirk Liesenfeld
Lust, Frust und Depression
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Wenn Du mal ganz genau hinschaust, wirklich gut beobachtest – also nicht jetzt, sondern in der entsprechenden Situation – dann wirst Du etwas Verblüffendes entdecken:
Ekstase und Frust sind ein und dieselbe EmotionBeides zeigt sich im Oberkörper – meist zwischen Solar und Herz – als eine ziehende, heiße Energiebewegung. Und doch verhalten Menschen sich in beiden Fällen völlig gegensätzlich: Den Frust wollen wir vermeiden, loswerden. Die Lust wollen wir erfüllen, dringend haben.
Und das ist jetzt das Spannende. In beiden Fällen ertragen wir die emotionale Ladung nicht, spüren sie nicht und gehen sofort ins Handeln, im einen Fall eben in “Flucht oder Kampf”, im anderen Fall ins “Erbeuten”.
Das Leben der meisten Menschen (vor allem der Jüngeren) bewegt sich in einer endlosen Achterbahn zwischen Lust und Frust, solange bis die Erschöpfung zu groß wird, die Energie weg ist. Und dann kommt die große Leere in der Brust, die so genannte “Depression” (dies dann zunehmend bei den älteren Menschen). Auch das will dann niemand spüren, also wird auch da wieder gehandelt: Therapie, Drogen, Seminare, Selbstmord…
Die Auflösung ist ganz unkompliziert, fällt aber nicht leicht.
Beobachte Deine Körperzustände in jeder der drei Phasen genau. Am leichtesten fällt es in der Phase des Frustes, schwerer in der Lust und am schwersten in der Depression. Doch alle drei Phasen wollen gleich betrachtet und gefühlt sein. Es ist wie ein Puzzle aus drei Teilen, welches erst ein Gesamtbild ist, wenn’s komplett ist. Und das ist das Magische. Wenn Du alle drei Zustände – Lust, Frust und Depression – ganz durchdrungen hast, kommst Du zu der eingangs erwähnten Erkenntnis.
Das Wissen transformiert durch die EIGENE Erfahrung zu Erkenntnis.
Das ist der Weg der Selbsterkenntnis. Darum heißt es ja auch so: Selbst-Erkenntnis. Im Falle der Lust – Frust – Depression wird es auch weiterhin diese Emotion in Dir geben, doch die Verwechslung ist aufgeklärt. Fortan ist es nicht mehr so, dass ich zum Beispiel frustriert BIN, sondern da ist eine Gefühlsbewegung in meinem Solar, die ich früher “Frust” nannte.
Dieser Zwischenschritt ist nicht intellektuell erreichbar (schau Dir dazu auch den Eintrag direkt hier drunter an). Dieser Zwischenschritt ist das Resultat eigener Bewusstmachung Deiner selbst. Nach und nach erwächst nun immer mehr Frieden und stille innere Freude aus diesem Zwischenzustand.
Das Leben wird ruhig und fließend – ohne an Tiefe zu verlieren.
Ganz im Gegenteil…
In Allgemeines am 7.6.2010 15:37 von Dirk Liesenfeld
Lebendig zu sein – was heißt das denn?
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Es heißt doch zu allererst ganz auf der Erde anzukommen:
Für sich selbst sorgen zu können, z.B. auch finanziell, Kontakte mit anderen Menschen eingehen zu wollen und zu können, eine Heimat zu finden, die wirklich eine solche ist.
Aus dieser Basis (spirituelle Menschen würden sagen: Von diesen unteren drei Chakren ausgehend) kannst Du Dich dann dem großen, dem “gemeinsamen” Herzen öffnen: Dein Umfeld mit-fühlen, Mutter Erde wahrnehmen, die Menschheit lieben…
Der Sprung zum 4. Chakra beendet die eigene Nabelschau, doch er mag nur vollständig gelingen, wenn die Hausaufgaben (Chakra 1-3) wirklich gut und gründlich gemacht wurden. Jeder ausgesparte Bereich des Irdischen, läßt den Sprung ins große Herz von einem Aufstieg zu einer Flucht verkümmern und so wird’s dann nicht gelingen.
Mal ganz pragmatisch formuliert: Erst wenn Du Deinen Nachbarn, Deine Eltern, Dich selbst und jeden Politker lieben kannst, kannst Du Deine universelle Liebe erblühen lassen. ‘Lieben’ heißt dabei nichts anderes, als so tiefes Mitgefühl zu entwickeln, dass alles und jeder so sein und bleiben kann, wie es halt ist.
Der weitere Aufstieg geschieht ganz von alleine, denn wenn Deine Aufmerksamkeit vom Hirn ins Herz gerutscht ist, gibt es keine andere Richtung mehr, als nach oben. Ich habe noch niemanden erlebt, der wahrhaft herzverbunden lebt und noch auf der Suche nach irgendetwas gewesen wäre. ‘Auf der Suche sein’ heißt im Hirn zu verweilen. ‘Im Hirn zu verweilen’ heißt das Leben in und mit dem Materiellen noch nicht gemeistert (im wahrsten Sinne) zu haben.
Viele ‘spirituelle’ Menschen, viele Sucher bewegen sich auch noch nach Jahren im Kreis, denn sie versuchen dem sogenannten Grobstofflichen zu entfliehen um endlich feinstoffliche Energie zu werden. Es braucht dann viel Mut, um sich willentlich und freudvoll dem Ur-Irdischten zuzuwenden und all das damit Verbundene zu erforschen:
Sexualität, Macht, Ohnmacht, Freude, Trauer, Schmerz, Ekstase, Geld, Männer, Frauen, Gewalt,… Du kannst die Liste endlos fortführen. Hier gilt’s gründlich und genau zu sein. Neugierig und mutig sich dem zu stellen, was man nicht haben will, wovor man in die Spiritualität flüchtet. Und genau dann, wenn es gar nicht mehr nötig wäre, beginnst Du zu schweben wie ein Schmetterling.
Vergiss also den ganzen Konzepte-Käse mit Chakren, spirituellen Aufstieg und was auch immer und wende Dich ganz – mit Leib und Seele DEINEM Leben zu und erkunde jeden Winkel darin. Nicht, um irgendwas damit zu erreichen, sondern einfach nur deshalb, weil es Dein Leben ist – eine Perle im Meer des Universums.
In Allgemeines am 27.5.2010 20:33 von Carmen Arndt
Der Flieder ……. singt für Dich leise Lieder.
Höre auf das Rauschen der violetten Blüten im Wind
Du wirst “sehen” – da singt ein süsses Kind.
Im Sonnenschein steht der Glanz dieser schönen Pflanze.
Gesell Dich zu ihr und gehe auf in Deinem eigenen Tanze.
Atme in diesem Moment den wunderbaren süssen Duft der Harmonie und Liebe ein.
Bleibe im Gleichmut und schwinge mit Deinen Flügeln ins Leben hinein… lieblich entzückt – findest Du gleichsam wieder Gefallen für Dich – ganz allein.
Tanze, tanze, tanze – Deine Bewegungen und Dein Tempo dafür bestimmst nur Du – ganz allein.
Mach es wie die Pflanze – ihre Blüten, Blätter, Äste und Wurzeln – verankert in Muttererde – tanzen mit der Sonne, im eigenen Rhythmus – und wachsen ganz allein.
Tanze, tanze, tanze – gemeinsam mit anderen – mit denen Du Dich verbunden fühlst. Tanze den Tanz Deines Lebens auch für die anderen, denn das bist auch DU – Du kannst es spüren – für Dich – ganz allein.
In Allgemeines am 19.5.2010 17:50 von Dirk Liesenfeld
Im Urlaub – oder: Der Teufel in mir
Ich bin derzeit im Urlaub und hatte gestern ein interessantes Erlebnis.
Unser Zimmer ist eine ganz einfache “landestypische” Unterkunft. So mag ich es am liebsten, weil ich gerne Urlaube nutze, um andere Kulturen kennen zu lernen und das gelingt mir in einfachen Hotels oder Privatunterkünften leichter, als in einem großen Hotel. Herausfordernd in dieser Unterkunft ist jedoch – wie ich gestern feststellen musste – die Wandstärke, die nicht mehr als 0,5 cm betragen kann. Die ganze Nacht war ich also von vorgestern auf gestern Zeuge, wie unsere Nachbarn ihre Nacht verbrachten:
21:30 – Nach einer langen Wanderung durch die Berge lege ich mich müde in’s Bett. Unsere Nachbarn noch nicht, denn sie leeren feuchtfröhlich ihre (zweite?) Flasche Raki.
22:30 – Der Raki scheint leerer zu werden, denn die Unterhaltung zwischen den beiden wird schleppender. Nichts desto trotz reden sie (vor allem Sie) eigentlich ohne Punkt und Komma über Gott und die Welt.
0:00 – Der Raki ist (vermute ich) leer, denn Sie wird von einem argen Weinkrampf geschüttelt. Er versucht zu trösten…
0:15 – Der Weinkrampf hat sich in eine Wutattacke verwandelt. Er versucht zu überleben…
1:00 – Nach einer kurzen Pause beginnt ein längerer Monolog ihrerseits – leider (oder glücklicherweise?) ist ihre Sprache schon so verschleiert, dass nur Personen jenseits der 2 Promille-Marke in der Lage sind, den Inhalt zu erfassen.
1:45 – Wie schön… Die beiden sind wieder ein Herz und eine Seele und sie weint nun erneut, diesmal wohl aus Freude über das wiedergewonnene Glück. Nahtlos geht diese Episode in ein versöhnliches Liebesspiel über, der (vor allem von ihr) durch lautstarkes Stöhnen untermalt wird.
2:15 – Erschöpft gibt Er Ihr zu verstehen, dass es nicht mehr geht, das Stöhnen verstummt unvermittelt. Kurzes weinen, danach eine Art Dialog in der Art:
Sie: “Blablabla… (3 Minuten)…bla?”
Er: “Blabla.”
Sie: “Blablabla… (5 Minuten)…bla!”
Er: “Aber, blablabla?”
Sie: “Nein, Du blabla…”
4:20 – Nachdem mich gnädigerweise für eine Stunde des Todes kleine Schwester in ihren Armen hielt, erwache ich für das Grand Finale. Das “Gespräch” zwischen den beiden ist zu einem zähen hin- und her geworden, unterbrochen von immer länger werdenden Pausen, schliesslich um
4:55 – ist die Pause anhaltend und Ruhe kehrt ein in unsere bescheidene Hütte.
Am nächsten Morgen gehe ich um acht Uhr am Zimmer der beiden vorbei auf der Suche nach Nahrung. Da sehe ich an ihrer Klinke das Schild “Bitte nicht stören.” Eine innere Stimme sagt mir:
“Nimm das Schild weg, dann werden sie geweckt durch die Reinigungskraft.”
Ich kenne diese Stimme, es ist die Stimme des Verstandes, der Versucher, der Satan in mir. Ich nehme sie wahr und gehe weiter.
“Nein, warte. Das ist ja nicht aus Rache, sondern eine Art Selbstverteidigung. Ja, genau: Wenn sie jetzt wach werden, brauchen sie heute Nacht mehr Schlaf und wir können ruhig schlafen.”
Ah ja. Die Nummer kenne ich auch schon. Ich muss zugeben – kurz hat’s schon in mir gezuckt, aber ich weiß inzwischen, welch Unfrieden aus solchen Spielchen entsteht und widerstehe.
“Eigentlich tust Du ihnen ja auch was Gutes damit, schaumal wie die Sonne scheint, das ist bestimmt…”
O.K. es reicht. Ich entziehe meinem Hirn die Aufmerksamkeit und richte meine Energie auf mein Herz, welches sich da unbekümmert am beginnden Tag und dem blauen Himmel erfreut. Und mir zuflüsstert:
“Schaumal nach links…”
Ich schaue nach links und sehe, dass ein wunderschönes Zimmer – weit weg von unseren bisherigen Zimmernachbarn – gerade frei wurde. Es ist weitaus schöner als das bisherige, mit riesigen Panoramascheiben und Blick sowohl auf die Berge, als auch aufs Meer.
Wir wechseln das Zimmer und alles ist gut für alle Beteiligten.
Derlei Erlebnisse hatte ich in meinem Leben schon sehr, sehr oft und ich weiß für mich, dass mich die Stimme meines Herzens stets zur Liebe führt und die Stimme meines Verstandes stets zum Unfrieden.
Woran ich die Stimme meines Herzens erkenne? Ganz leicht: Sie ist stets von einem Gefühl des inneren Friedens unterlegt, während die Stimme meines Egos immer durch irgendeine Emotion durchtränkt ist.
Abzuwarten, bis die Stimme des Herzens spricht und sich von ihr an die Hand nehmen zu lassen, ist wahre Meditation im Alltag.