Archiv für April, 2010

Waffenhändler

Dirk

Der Waffenhändler in uns allen
Den nachfolgenden Text gibt´s auch gesprochen,
klicke einfach auf den schwarzen Pfeil:

Letzte Woche war ein Waffenhändler bei mir und fragte mich um Rat. Er verdient sein Geld damit, dass er z.B. Splittergranaten in die dritte Welt verkauft. Er hat das Problem, dass sein Privatleben nicht so wirklich harmonisch ist: Die dritte Scheidung, kein Kontakt mit den Kindern, Nachts kann er nicht schlafen, weil er innerlich aufgewühlt ist und so weiter.

Er wollte von mir wissen, was er ‘Spirituelles’ tun könnte, damit sein Leben ruhig und harmonisch wird. Ich sagte ihm, dass es wohl ein guter Anfang wäre seinen Job zu wechseln. Das ginge nicht, entgegegnete er sichtlich aufgebracht, weil er viele Verpflichtungen hätte – nicht nur finanzielle und überhaupt er nicht wüsste, womit er sonst sein Geld verdienen solle. Außerdem wären da die Alimente, die zu zahlen wären und überhaupt. Er wiederholte also seine Frage, was ich ihm spirituelles raten könne, damit sein Leben friedlich würde?

Liebe Freundin, lieber Freund – was würdest Du ihm raten…?

Die Geschichte mit dem Waffenhändler ist natürlich frei erfunden, doch sie zeigt sehr schön das Dilemma in welchem viele Menschen festsitzen.

Spiritualität ist wie laufen lernen. Du machst einen Schritt in Dir (z.B. Meditieren, Dich wahrnehmen, achtsam mit der Welt sein…) und dann einen in der Welt (z.B. Job wechseln, Menschen anders begegnen, Zimmer aufräumen…) Verpasst Du einen Schritt (entweder den in Dir oder den in der Welt), so bleibst Du stehen – auf einem Bein und auf demselben Fleck und das ist sehr ermüdend.

Gestern hatte ich ein Gespräch mit einer Frau (keine Waffenhändlerin, sondern eine Angestellte bei einem Finanzdienstleister). Sie ist unzufrieden mit ihrem Leben, sehnt sich nach mehr Harmonie, Ruhe und Wohlbefinden. Es ist ihr klar, dass ihre jetzige berufliche Situation sie nicht erfüllt, ein stetiger Kampf ist – doch auf meine Frage, wieso sie weiterhin da arbeitet, hat sie viele vernünftige Gründe, die eine Kündigung nicht erlauben.

Ich würde nie jemandem raten diese oder jene Entscheidung zu treffen, doch ist es meine Aufgabe aufzuzeigen, warum sich das Leben zeigt, wie es sich zeigt. Wenn zum Beispiel Dein Zimmer, indem Du lebst, eine Müllhalde ist, so brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn es Dir schwer fällt in einen Zustand der angenehmen Meditation hinabzugleiten. Umgekehrt: Wenn Dein Inneres eine Müllhalde ist, so brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn sich das auch in Deinem Aussen wiederspiegelt.

Fange einfach irgendwo an und gehe den ersten Schritt. Nach einiger Zeit (Tage oder Wochen) wirst Du stagnieren und dann braucht es den anderen Schritt. Es hilft manchmal sich vorzustellen, dass es die Welt nur noch zwei Jahre gibt – was wäre dann nicht mehr akzeptabel in Deinem Leben, so wie es jetzt grade ist…?

Alles Liebe,
Dirk.

P.S. Der heutige Maya-Kalender (Roter Galaktischer Drache) passt da wieder perfekt dazu:
Wir leben in der materiellen Welt, um mit der Materie zu spielen – wie Kinder im Sandkasten. Beobachte mal, wie Kinder das machen. Immer und immer wieder auf’s neue formen und graben sie im Sand, um es wieder zu zerstören oder vergehen zu lassen. Der Sandkasten bietet nur einen gewissen Raum – um Neues zu formen, MUSS daher das Alte vorher vergehen.

 

Innehalten

Sarah

Mein Innehalten

An den ersten Tagen nach einem Seminar bin ich besonders aufmerksam bei der Betrachtung meines Innenlebens. Es ist spürbar, wie das Seminar im Innern weiterwirkt. Es ist eine wichtige Zeit um die Dinge die während des Seminars z.B. bei Meditationen und Übungen, geschehen sind oder sich gezeigt haben, in den Alltag einfliessen und sich dort ihren Platz finden zu lassen. Ich fühle mich nach diesen gemeinsamen Tagen kraftvoll und verbunden mit der Gruppe. Ich genieße, wie diese Kraft bewegen und Neues anstoßen will. Es formen sich Bilder, von den Veränderungen, die durch diese Kraft im Außen entstehen können. Das Bewusstsein und die Spürbarkeit der Kraft und Lebendigkeit in meinem Körper nährt die Bilder in meinem Kopf. Ein sehr angenehmes Gefühl.

Ich möchte es vermehren und irgendwie absichern, dass es bleibt. Daher male ich mir die Gedanken genauer aus, gehe mehr ins Detail und überlege, was ich jetzt tun kann, um diesen angenehmen Bilder und Gedanken eine Entsprechung in der Realität zu geben.

Es wird langsam schon anstrengender und etwas enger, darum halte ich mich noch mehr an den Gedanken fest. Die Kraft in meinem Körper ist mittlerweile nicht mehr zu spüren, auch die Gedanken werden schaler. Die bunten Bilder werden grau, während es sich in meinem Körper zunehmend unangenehmer anfühlt.

Zum Schluß bleibt eine schale Einsamkeit in meinen Gedanken zurück.
Aber: Wie ich Eingangs schon andeutete, diesmal war ich ja wach.

Ich spüre also in meinen Körper zurück, richte die Aufmerksamkeit auf den Ort in mir, in dem ich die Kraft und die Lebendigkeit fühlen kann. Ich öffne mich für die Stille und richte meine Aufmerksamkeit nach Innen, auf meine Atmung. Schnell umkreisen mich meine Gedanken nur noch wie Satelliten; ich nehme sie war, aber sie haben keinen Einfluss auf mich. Diese “innere Bewegung” mache ich immer wieder; stundenlang beobachte ich mich bei diesem Spiel. Der Anker ist letztendlich das kurze Innehalten, die Öffnung für die Stille und das Einsinken in den Atem.

Die Gedanken, diese Verführer -  ich hüte mich vor ihren Verlockungen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Üben.

Sarah.