Archiv für August, 2009

Probleme

Dirk

“Probleme”

Ich bekomme recht häufig emails von Menschen, die mir ihre Probleme schildern in der Hoffnung, daß ich sie lösen könnte. Meist sind es Probleme zu den Themen Liebe, Partnerschaft, Sexualität, Geld – naja, eigentlich sind alle menschliche Themen beinhaltet.

Ich möchte in diesem Blog eine email von mir veröffentlichen, die ich heute morgen verfasst habe. Ich denke, daß sie hilfreich sein kann für viele Menschen:

Liebe B.,

Ich danke Dir für deine E-Mail, und deinen Mut, Dich diesem sensiblen Themen zu stellen.
Es gibt sicherlich keinen spirituellen “Trick”, oder eine “Übung”, die Dein “Problem” auflösen könnte. Auch ist es die falsche Blickrichtung, wenn Du versuchst Dein Problem im Außen zu lösen.
Am_ComputerAlles, was Dir begegnet im Außen, ist lediglich ein Hinweis auf das, was sich in Deinem Inneren abspielt. Doch die meisten Menschen versuchen immer und immer wieder neu ihr äußeres Leben zu verändern, zu verbessern. Doch da das Innere gleich blieb, landen sie immer und immer wieder neu bei den gleichen Problemen.

Probleme sind nicht dafür da, sie aus dem Weg zu räumen. Vielmehr sind sie Hinweisschilder. Und wie es bei Hinweisschildern so ist, macht es Sinn sie kurz anzublicken, um dann in die Richtung zu gehen, in die sie zeigen. Das tut man eben oft nicht, weil die Richtung einem nicht gefällt. Wer geht schon freiwillig hinunter in den Keller, wenn man dort ein Monster vermutet?

Im Keller selbst findet man dann keine Monster (wie wir alle wissen: es gibt ja gar keine Monster), sondern eher – wenn wir mal weiter in Bilder sprechen wollen – ein kleines, verängstigtes Kind. Sich dann zu diesem Kind zu setzen und ihm zu lauschen, was es zu sagen hat, ist der tiefste Akt der Selbstliebe. Ähnlich wie es der tiefste Akt der Menschenliebe ist, sich zu den Menschen zu setzen (bildlich gesprochen), die einen ängstigen und ihnen zu lauschen, was sie eigentlich zu sagen haben. Selbstliebe und Menschenliebe ist dabei letztlich dasselbe – “kann” man das eine, ist einem auch das andere gegeben.

Liebe B., ich biete dir gerne an, Dich bei deiner Reise nach innen zu begleiten. Gehen musst Du sie jedoch allein, denn da, wo Du hingehst, kann sonst niemand hin. Dazu schlage ich Dir ein erstes Telefonat vor – da wird sich zeigen, wie wir das am besten tun.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Gedanken

Dirk

“Die Gedanken”

gedanken

 

Heilung

Dirk

“Die Heilung bei Frauen”

Eine Filmemacherin hat mich kontaktiert. Sie will eine Dokumentation für arte machen und wünscht sich, daß ich mich als “Experte” äußere. Das Thema finde ich sehr spannend, noch spannender finde ich die Entwicklung darin.

Das ursprüngliche Thema war – jetzt mal vereinfacht – Selbstbefriedigung bei Frauen mit Hilfe von “Designer-Hilfsmitteln”. Im Rahmen dessen bekam sie den Hinweis auf die Yoni-Massage und fand meine DVD “Die Yoni- und Lingam-Massage”.  Sie schrieb mir und bat um ein Rezensionsexemplar, hatte außerdem einige erste Fragen. Ob man in der Yoni-Massage eben auch Designer-Spielzeuge verwenden könne und ob nach dem Seminar die Frauen sich selbst eine Yoni-Massage geben könnten.

Ich mag diese Art der “journalistischen” Herangehensweise – es hat was kindlich-unschuldiges. Es ist ohne vorgefasstes Bild, neugierig und offen, daher habe ich folgendes geantwortet:

Liebe N.,
das Thema finde ich sehr interessant.
Prinzipiell ist die “Selbstliebe” der Frau eine sehr spannende Sache, da sich hier sehr viel genauer die eigene Sexualität und damit verbundene Hemmungen (wie sie bei vielen Menschen vorkommen) zeigt. Im Sex mit einem Geschlechtspartner/in fällt es noch leicht den Partner für die persönliche Nicht-Erfüllung verantwortlich zu machen. Doch was ist in der sexuellen Selbst-Liebe?
Zu Deinen Fragen:
Natürlich ist es möglich Designer-Hilfsmittel zu verwenden. In der Yoni-Massage steht jedoch nicht die sexuelle Erregung im Mittelpunkt, sondern viel mehr das, was normalerweise der Sinnlichkeit im Weg steht. In aller Regel wird daher die Yoni-Massage mit den bloßen Händen durchgeführt.
Nach dem Seminar wäre es natürlich auch möglich sich selbst zu massieren, doch auch hier: Viel interessanter ist, daß eine Frau in einer Yoni-Massage “sich selbst begegnet”. Dies gibt ihr die Möglichkeit ihre Sinnlichkeit und Sexualität auf tiefster Ebene zu befreien. Die Yoni-Massage ist weniger ein “Selbstlieberitual”, als vielmehr eine Massageform um eine Frau auf eine Reise zu sich selbst zu begleiten, ein ‘Geschenk’ an eine Frau.
Es freut mich, daß Du Dich von dem Thema “Yoni-Massage” und das damit verbundene Potential für Heilung berühren läßt.  Und ich verstehe gut Deine Herausforderung dieses so wertvolle (und tabubehaftete) Thema in eine gute Bildsprache zu übersetzen.
Vielleicht gelingt dies besser – einfach mal so als Anregung – wenn das Oberthema Deiner Dokumentation etwas weniger “sexuelle Hilfsmittel” und etwas mehr “sexuelle Heilung” bei Frauen wäre. Die öffentlich-rechtlichen Medien sind sicherlich der beste Kanal um solch ein Thema zu transportieren, denn hier zählt noch mehr als bei den privaten Sendern der Inhalt und weniger die Sensation.
Menschen tendieren dazu die Tabu-Themen entweder zu verdrängen (so wie z.B. Tod und Alter) oder zu pervertieren (wie eben z.B. die Sexualität)  Die Heilung ist eben genau in der Mitte: Ein waches, spielerisches, selbstverständliches Umgehen.
Alles Liebe,
Dirk.

Wollen wir mal sehen, was sich daraus entwickeln will.Die Aussicht darauf dieses Thema in einer guten arte und Weise in die Öffentlichkeit zu bringen, erfreut mich jedenfalls…

 

Verstand

Dirk

“Der Verstand, das Hirn…”

Folgende email bekam ich kürzlich:

Lieber Dirk Liesenfeld,
Vielen Dank für Deinen Report. Es stimmt das Ego plappert die ganze Zeit und ich komme nicht zu mir. Was kann ich unternehmen damit das plappern aufhört und ich mich jeden Tag finde? Du hast die Antwort bestimmt schon mal irgendwo geschrieben, aber ich würde diese Frage mit Dir gerne persönlich besprechen. Ich habe soviel in den letzten 3 Jahren verändert, dass es an der Zeit ist zu sotieren und zu schauen was davon mir ist und was ich übernommen habe.
Liebe Grüsse
L.

Lieber L.,

das “plappernde Hirn” ist immer ein Zeichen von Anhaftung, nicht loslassen wollen, nicht geschehen lassen wollen, in Kontrolle bleiben wollen. Wollen ist das Problem, nicht wahr?

Der Geist wird ruhig, wenn man an nichts mehr festhält.

Normalerweise halten wir an jedem Gedanken fest, wir bewerten die Gedanken mit neuen Gedanken – eine endlose Kette. Ohne das, wäre jeder Gedanke eine “schöpferische Bewegung” eines nicht-anhaftenden Geistes. Ein Phantom, ohne Substanz. Lediglich das festhalten gibt den Gedanken eine Pseudo-Substanz.

In einem meditativen Sein kannst Du die Vergangenheit ruhen lassen – weder Erfolge, noch Mißerfolge haben dann mehr einen Einfluß auf das Jetzt und damit auch nicht mehr auf die Zukunft.

Pläne, Sorgen, Ängste finden dann ihr Ende und damit kehrt Frieden ein, in den Geist. Das Vertrauen darauf, daß das Leben kein Widersacher ist, sondern uns wohlgesonnen ist hilft dabei auf diesem Weg. Das Gegenteil ist eben der Versuch der Kontrolle, das Mißtrauen. Und dies zieht unweigerlich ein hektisches Hirn nach sich.

Nach meiner Erfahrung versuchen Menschen so lange das Leben nach ihrem kleinen Wollen auszuformen, bis sie es nicht mehr aushalten. Bis der tosende Verstand sie kollabieren läßt. Dann fängt meist erst die Hingabe an.
Ein paar wenige gibt es, die einen einfacheren Weg gehen. Sie erkennen, was wahr ist und was nicht.
Wozu gehörst Du, lieber L.?

Alles Liebe,

Dirk.

 

Unfrieden

Dirk

“Unfrieden…”

unfrieden

 

Email2

Dirk

“Eine email von A.”
A. ist eine junge Frau im süddeutschen Raum, die ich seit einiger Zeit telefonisch begleite. Sie schrieb mir nun eine email, die ich sehr schön finde. Sie zeigt – wie ich finde – was einem so auf dem Weg nach INNEN begegnen kann…


Lieber Dirk,
hab so eine Unruhe in mir, am liebsten würde ich laufen im übertragenen Sinne, bis ich zusammenbreche und in einen so Art Traum/Film nur noch sehe wer ich wirlich bin. Meditiere regelmäßig 2x bis 3x täglich unter einem mächtigen stattlichen Eichenbaum, Zeit ist immer unterschiedlich.
Halt mich bitte nicht für verrückt, gestern zum Beispiel hatte ich wie schon öfter das Gefühl/Gespür aus meherer Teilen ich`s zu bestehen.

– Mein wahres ich so wie ich sein würde, wenn ich meine Identität nicht irgendwann aufgegeben hätte.
- Das gespielte ich, dass ich bin seit ich eine Menge negatives erlebt habe, Missbrauch, Androhung einer Phsychatrieeinweisung und und und…
- Niemand soll merken wie es in mir wirklich aussieht das funktionierend/ versteckende ich.
- Das verschluckte ich, dass wieder und wieder Schmerzen und Krankheiten hervorruft.
- Das einsame und ängstliche ich, dass um Liebe bettelt, weil es selbst keine schenken kann, Probleme macht tausende Gedanken um oft unwichtige Dinge macht
- Das feige ich, dass es nicht wagt sich selbst zu schützen.
- Dass Tabletten-ich, weil es einfacher ist, und mich davon völlig zu trennen die Hölle ist, habe ich bereits mehrmals durch.
- Das wortlose ich, weil ich beinahe keinen mehr absolut vertraue um Klartext zu reden, keinen verletzen oder enttäuschen will.
- Das Müde ich weil ich nicht mehr für mich kämpfe.
- Das flüchtende ich , weil  es glaubt aus dem Irrgaten nicht mehr rauszufinden.
- Das tote ich , dass dass Sterben fürchtet aber es als einigen Ausweg sieht, weil es nicht auf den Grund ihrer Seele und Herzen gelangt.
- Das kriegerische ich, weil es keinen Frieden mit sich selber findet.
- Das sehnsuchtsvolle ich, dass nach Klarheit sucht,
- Das verstörte ich, dass sich nach Ruhe, Geborgenheit Liebe Berührung Streicheleinheiten sucht.

Alles Liebe A.