Archiv für März, 2009

Ein Geschenk der Löwin

mit-wehendem-haar1Mit wehendem Haar sitze ich nun im fahrenden Zug nach Berlin. Ich bin sehr glücklich, mir immer näher zu kommen. Der Weg durch die Angst und Schmerz bringt wahrlich Heilung. Ich habe mich an diesem Wochenende in die Höhle der Löwin gewagt und mich genau dorthin begeben, wo mich seit langem die Angst lähmte und mein Körper zu eng für das war, was sich schon immer zeigen wollte. Und was an diesem Wochenende zum Vorschein kam, war völlig anders als ich dachte…..

…..Ich stehe meiner mir Angst einflößenden Löwin auf Augenhöhe gegenüber. Mit einem gewissen „Sicherheits“- Abstand beobachte ich sie im Seminarraum und alles, was ich wahrnehme, erscheint so friedlich und bedeutungslos. Ich schaue auf die Löwin, die weich und aufrecht am Rand der „bunten Blumenwiese“ mit den vielen Schmetterlingen im Seminarraum Platz genommen hat….. Ein „Phantom“ (die Gedanken) in meinem Kopf ziehen kurz Bilder aus der Konzeptschublade, um das zu bedienen, was mir schon lange bekannt ist. Ich nehme die Bilder, Gedanken und Gefühle dazu wahr. Ich sehe sinnliche Bewegungen, Liebkosungen und höre Geräusche, fühle ein Stechen in meiner Brust. Ich beobachte alles unbeteiligt. Mehr gibt es für mich jetzt nicht zu tun. Mir ist bewusst, dass Nichts davon meiner Realität entspricht und kann die Bilder, Gedanken und Gefühle getrost wieder gehen lassen. Nichts davon bleibt übrig.

…..Ein leises Schnurren und der Duft der Präsenz der Löwin erfüllen den gesamten Raum. Kraftvoll und mit Würde sitzen wir uns in unserer vollen Größe gegenüber. Ich schaue tief in ihre Augen und ein sanftes, friedliches Lächeln strahlt aus ihrem Gesicht. Langsam und achtsam lege ich mich inmitten der süß duftenden „Blumenwiese“ vor ihren Pranken…..

Ich ziehe einen „Mantel“ nach dem anderen aus, zeige mich schutzlos, breite mein Herz offen vor (D)mir aus und bin bereit, mein Leben für einen einzigen Moment der Stille zu geben – wohl wissend, dass Nichts Bestand im Leben hat und jede Sekunde Veränderungen mit sich bringt.

…..Die Knospen der Blüten brechen einer nach der anderen im Seminarraum auf und die Vielfalt der Schönheit zeigt sich ganz behutsam in ihrer voller Pracht. Die vielen Schmetterlinge tanzen von Blüte zur Blüte…..

Ein unbeschreiblicher Genuss des lieblichen Duftes von Sanftheit berührt meinen gesamten Körper. Es gibt Nichts MEHR in diesem Moment. Das Sein und die Lust am Leben sind geboren. Das ist Alles. Mein Gedanken verstummen und die Stille umrahmt mich Schicht für Schicht.

Ich gebe alles und bin voller Dankbarkeit für das große Geschenk, welches Du (D)mir in (D)meinem Schoss gelegt hast. Welch ein Erlebnis mit (D)mir? Ich bin voller Freude. Ich liebe D(m)ich sehr…..

So leicht und einfach ist es.

Es bedarf keine weiteren Worte mehr dafür.

In Liebe. Carmen

 

Realität

“Die Realität”

Nachfolgendes kannst Du Dir einfach abschreiben oder ausdrucken und bei Dir tragen. Wenn das Leben Dich (scheinbar) zu überfordern scheint, dann setze Dich an ein stilles Örtchen und lies einige male diesen Zettel.Dirk
Diese Worte haben eine innere Magie – wenn Du es zuläßt:

“Nichts ist jemals real – egal wie echt es wirkt.
Es ist nur der Wirbel der Emotionen in mir – ich erinnere mich daran. Ich sitze still und warte, warte, warte… tue nichts, bis es ruhig wird; bis der Wirbel ausklingt. Die Wahrheit steht dann wieder klar da. Ein unbeschriebenes Blatt Papier.”

Tue dies und das Leben wird ruhig.
Handle aus dem Chaos und Chaos wird sich erheben.
Dies ist Deine Wahl. Dies ist Dein einziger Wille.
Alles andere ist Blendwerk des Geistes.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Ängstlichkeit

Dirk

“Angst und Ängstlichkeit”
Das ist nicht das gleiche – es ist fast schon ein Gegensatzpaar.
Den Unterschied zwischen Angst und Ängstlichkeit zu erfassen – nicht zu verstehen, sondern zu erfahren in sich selbst – öffnet das Tor zu einem freien und selbstbestimmten Leben.
Ich möchte gerne den Unterschied an einem kleinen Beispiel erläutern:

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Wenn ein wilder Tiger vor Dir steht, dann ist es sehr sinnvoll Angst zu haben, denn die Angst gibt Dir die Chance Deinen physischen Körper vor Schaden zu bewahren. Dein Adrenalin pumpt hoch, Du bekommst übermenschliche Reflexe und eine kristallene Klarheit Deiner Wahrnehmung. Da ist nur noch der Tiger, keine Gedanken und Du siehst binnen Millisekunden, welchen Baum Du jetzt hochkletterst um dem Tiger zu entkommen.

Anders ist es mit der Ängstlichkeit. Ängstlichkeit wäre, daß Du nicht mehr in den Schwarzwald gehst, weil Du da eventuell einem Tiger begegnen könntest. In der Ängstlichkeit passiert genau das Gegenteil wie in der Angst: Deine Wahrnehmung des Realen sinkt gegen Null. Da sind nur noch Gedanken und Deine Handlungen sind nicht mehr geeignet um das zu erreichen, was Du erreichen möchtest. Im Gegenteil – wenn Du aus der Ängstlichkeit agierst, wirst Du mit unglaublicher Konsequenz Dir immer und immer wieder das kreieren, was Du eigentlich fürchtest.

Die meisten Menschen leben ein Leben in Ängstlichkeit, beschränken sich in ihrem Sein um nicht dem zu begegnen, was sie fürchten. Interessanterweise begegnen die meisten Menschen sehr selten dem, was wirklich Angst macht. Sie scheuen vor der Angst vor der Angst.
Laß Dir das mal auf der Zunge zergehen:

“Scheust Du vor der Angst vor der Angst?”

Der Angst zu begegnen ist etwas sehr kraftvolles.
Eine ganze Industrie hat sich darauf gegründet:
Bungee-Jumping, Geisterbahnen, Gruselfilme, Abenteuer-Reisen…

Der Ängstlichkeit zu begegnen ist auch etwas sehr kraftvolles.
Eine ganze Eso-Szene hat sich darauf gegründet.

Wann immer Du der Ängstlichkeit begegnest hilft Dir die Frage: “Was ist eigentlich JETZT? Gibt es gerade einen Tiger und wenn ja welchen?” Damit ist nicht ein vermuteter Tiger gemeint, sondern ein realer, derzeit im Raum befindlicher.
Die Frage: “Was ist gerade hier und jetzt?” ist eine sehr machtvolle. Sie führt Dich weg von den kreisenden angstbesetzten Gedanken und tief hinein ins Gewahrsein.

Alles Liebe,

Dirk.

 

Gedicht

Dirk

“Geschenke und ein Gedicht”
Derzeit bin ich in Tirol und geniesse die Dinge, die um mich herum passieren. Gestern ist ‘spontan’ ein Seminar entstanden, es fand sich eine wundervoll bunt gemischte Gruppe von Menschen, allesamt Tantra-Neulinge. Ich war sehr berührt von den kleinen Wundern, die sich immer wieder zeigten. Da war zum Beispiel eine Frau, die seit so langer Zeit sehr beschwerlich durchs Leben geht, immer wieder ihrem Leben ein Ende setzen will. Sie sitzt in der Schlussrunde, die Augen leuchtend wie zwei Sterne und es steigt ganz tief aus ihrem Herzen der Satz empor:

‘Ich fühle mich wunderbar.’

Das sind die kleinen Geschenke des Lebens – an mich, an Dich und an die ganze Welt.

Die Zeit in Tirol zeigt mir immer wieder eine ganz besondere Qualität des Lebens: Die Einfachheit in der für alles gesorgt ist. Ich komme ohne Geld, ich gehe ohne Geld und dazwischen ergeben sich in Leichtigkeit die Dinge, die für mich – auch finanziell (wie dieses Spontan-Seminar) – sorgen; ganz wie auch in einem Menschenleben.

‘Und immer sorgt das Leben auch für Dich, wenn Du für die Anderen da bist’ flüstert mir das Leben zu…

Ein Seminar-Teilnehmer hat mal ein sehr gefühlvolles ‘Seminar-Gedicht’ geschrieben, welches ich hier auch noch gerne veröffentlichen möchte.

Alles Liebe,

Dirk.

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Heilsame Berührung

Heilig achtungsvolle Sphäre
gestaltet fein sich im Gemüte,
die wie eine goldne Ähre
sich erhob aus edler Blüte.

Jene Blüte war die Herzensstille,
die den Raum zum Tempel weihte,
und in ihm ahnst atmend Du die Fülle,
die mit Andacht ich Dir jetzt bereite.

Bereits im Herzen durft´ ich Dich berühren,
als zum Gruß ich Dir die Hand darreichte,
und im Blicke Dein durft´ ich erspüren,
dass Dein Vertrau´n mich schon erreichte.

Hat meines Herzens stille Macht
ein schützendes Gewand Dir fein gewebt,
das über Deine Bloßheit wacht,
wenn Du die Kleiderhülle abgelegt,

fühlst so geborgen Du Dich wohl bereitet
für die Guttat, die aus meiner Seelenfülle
zu der Deinigen hinüber schreitet,
auf dass sie Dich erneut einhülle.

Dein Vertrauen weitet meine Adern,
damit sie mir die Händ´ erwärmen, -
Deine Vorfreud´ schmelzet jedes Hadern
und Strahlen ziehen aus in Schwärmen

durch meine Finger, die so gern mit Dir,
mit Deinem Leib sich woll´n verbinden,
um in der Seel´ zu öffnen eine Tür,
darin Du Sinnenfreude mögest finden.

Die Sinnenfreud´, die schöpferisch ich Dir erwecke,
ist eine Quelle unermesslich lichter Kraft,
die unter schützend, aber fast erstarrter Decke
sich mächtig regend neuen Geist erschafft.

Jene Rinde, die sich um Dein Innerstes noch schnürt,
schmilzt nicht allein von meiner Hände Glut,
doch wird sie weich, weil Du im Innern hast erspürt,
dass göttlich reines Licht im Herz Dir ruht.

Und wenn die Lichtkraft erst mit bangem Zagen
Deinen Leib und Deine Seele warm durchflutet,
so konnte diesen Schritt die Seel´ doch wagen,
weil all ihr, Weh und Ach, in meiner Obhut ruhtet,

als in heilender Verwandlung ihr erneut empor
ins fühlende Gewahrsein schmerzlich stiegt,
und dann, des Herzens Wehklag noch im Ohr,
die Liebe zu Dir selbst Dein Dunkel hat besiegt.

Solange dieser Lichtkeim in Dir sich zart noch regt,
solang er ängstlich zitternd wie ein loses Blatt im Wind
sich immer wieder schutzbedürftig niederlegt
in warme Hände und Umfangensein, fast wie ein Kind,

das auch des Schutzes, der Geborgenheit bedarf,
die es im Leid bei Vater oder Mutter leichthin findet,
solange will die Rinde, die Dir das Leben überwarf,
die harte Schale, die allmählich schwindet,

ich Dir ersetzen mit der Liebe lebendig warmer Hände,
da doch der Keim verborgen Dir im innersten Gemüte
noch klein und zart bedarf des Schutzes starker Wände,
bis er heranwuchs zu vollendeter Gestalt der Blüte.

Und auch die Blüte ist ein feines, zärtliches Gebilde,
die leicht bei grimmem Frost und rauem Reif erzittert,
die im Sturmwind preisgibt ihre Pracht und Milde,
wenn sie beim Öffnen schon so heftig wird erschüttert.

Wie ein Glassturz, den ein liebevoller Gärtnersgselle
seinen Pflänzchen überstülpt, damit die Glut der Sonne
dem feinen Blütenzauber nicht in sengend heißer Grelle
raubt jede Anmut, jeden Reiz und süße Wonne,

so will auch ich dem Gärtner gleich ein Schutzgebilde
mit meiner Hände Macht und mit Gedanken Dir erbauen.
Stumm ahnen Deiner Seele Knospen dann die höheren Gefilde,
in denen sie geborgen ihren Reichtum können schauen,
der auch Dich in Blütenzauber farbenfroh versetzt;
und dort erkennest Du die kraftvoll heilende Gewalt,
die nicht Dein Innerstes allein mit feinem Tau benetzt,
auch außen findest Du Dich wieder in veränderter Gestalt.

Beginnt erst Deine Blüte sich von innen zu verwandeln
in die edle Frucht, die darin eingeschlossen,
so kannst in einem neuen Geist Du handeln,
der von Anbeginn ins Herz Dir war gegossen.

Und in diesem Geist formt sich ein neuer Wille,
der Dein Fühlen zu Empfindsamkeit hin führt,
das nicht erneut sich bergen muss in rauer Hülle,
doch das von Mitgefühl verletzlich wird berührt.

Ist so die Frucht dann ganz gereift,
so kann sie vollends mit Entzücken
dem Leben, das voll Sehnsucht nach ihr greift,
hingeben sich mit ganzen Stücken.

Die Wunden und die Kerben, die das Leben
Dir mit Rohheit einst hat zugefügt,
sind im Verborgnen durch ein göttlich Weben
gewandelt, wo ein Mensch Dich hat geliebt,

so dass Du nun mit herber Süße
eine ganz besondre Frucht geworden,
aus der fortan die Überfülle fließe,
aus der Dein Reichtum möge überborden.

Joachim Wenk

 

Unberechenbarkeit

Dirk

“Die grausame Unberechenbarkeit des Lebens”
So nannte es am letzten Wochenende ein Seminarteilnehmer und meinte das, was ihm grundsätzlich Angst im Leben macht. “Man weiß einfach nie, was passiert. Da könnte wer weiß was passieren” sagte er.

Da hat er Recht. Doch ist das nicht genau das, was das Leben so – nunja – lebendig macht? Die meisten Menschen verwenden ihre gesamte Energie darauf das Leben so ‘beherrschbar’ wie möglich zu machen. Da gibt es Krankenversicherungen, Lebensversicherungen, Arbeitsunfähigkeitsversicherungen, Alterversicherungen, Reiserücktrittsversicherungen. Und doch findet all das statt: Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Alter und Reiserücktritte…

Quelle: WikipediaIch glaube es kommt auf den Blickwinkel an, Spiritualität heißt doch eigentlich nichts anderes, als den Standpunkt zu wechseln: Ist das Leben für mich ein höllischer Abgrund voller grausamer potentiell möglicher Schicksalsschläge? Oder eher eine Quelle nicht versiegender Hinweisschilder, die halt immer deutlicher werden, je mehr ich in die mir undienliche Richtung stolpere?

Ich habe kürzlich einen sehr schönen Satz gelesen, der das wundervoll zusammenfaßt:
“Die drittdimensionale Bühne der Äußeren Welt ist nicht Wirklichkeit an sich. Sie ist Projektion um Dich zu informieren und will solange modifiziert werden, bis sie heil ist…”

Alle ‘Rückmeldungen’ aus dem Leben dienen also einfach nur dem, daß Du Dir klarer wirst über Dich und die Rolle, die Du spielst. Dienen Deinem, bzw. DEM Wachstum.

“Viel Leid und Traurigkeit erwachsen aus dem Verkennen der Ereignisse, die im jeweiligen JETZT in Erscheinung treten. Die Weisheit, das jeweilige JETZT als Informationsüberbringer zu sehen und nicht als Strafe für auf sich geladene Schuld, ist der Schlüssel eines intelligenten Wesens mit seiner Welt und seiner ZEIT umzugehen.”

Na? Kommt da nicht Erleichterung auf?
Das Leben ist eine Art Schule mit sehr strengen, aber überaus sozial und fachlich kompetenten Lehrern. Lehrern mit Jahrmilliarden Lehrerfahrung, bei denen noch niemand sitzengeblieben ist.
Letzlich ist es so, daß Du sogar alles bist – Lehrer, Schüler und sogar die Erfahrungen – und dennoch kann Dir das Bild einer großen Schule sehr dienlich sein, wenn Dir das nächste mal die
“grausame Unberechenbarkeit des Lebens” begegnet…

Alles Liebe,

Dirk.