Fragen des Verstandes und Antworten ans Herz

Immer wieder und seit vielen Monaten kreise ich (wie Frau Elster um den Silberlöffel) über die Themen des Lebens, die ihr u.a. auch in Eurer Internetpräsenz öffnet. Ihr wirkt in Eurer Präsenz auf mich (zumindest erstmal virtuell) sympathisch und ehrlich, vor allem aber überzeugt lebend. Man könnte den Eindruck bekommen, das Leben ist eine süße Leichtigkeit, wenn man erstmal über die Hürden geklettert ist.Die Menschen scheinen ja wirklich verwandelt zu sein und Erkenntnisse zu pflegen, nachdem sie ein Seminar besucht haben.

Nun, irgendwie ist es auch so. Das Leben ist gänzlich sorgenfrei, wenn man die tiefste Natur der Sorgen erfasst hat - nicht intellektuell, sondern durch persönlichste Erfahrungen. Diese Erkenntnisse sind auch nicht zu "pflegen". Ist eine Erkenntnis wahrhaft erblüht, so ist sie so komplett, dass es sich so anfühlt, als wäre es nie anders gewesen.

Ich mache mir viele Gedanken über eine mögliche Seminar-Teilnahme, kann darüber auch herrlich mit einer guten Freundin philosophieren, die genauso suchend ist wie viele unter uns. Ich glaube fest daran, dass eine Veränderung des Bisherigen möglich ist, habe aber Bedenken dass die Zeit ungenutzt vertan bleibt und die Hürden einfach zu hoch sind. Das ist etwas unkonkret oder?

Nein gar nicht. Nur einfach zu "kopfig". Du hast eine starke Intelligenz und diese hat Dich auch bis hierher gebracht. Doch auf dieser Ebene ist das Dilemma des Lebens eben nicht lösbar, wie Du ja schon beginnst zu erahnen.

Ich möchte einige Fragen zu den Seminaren stellen um einer Entscheidung zur Teilnahme näher zu kommen. Wie viele Menschen sind in der Regel vor Ort?

Das ist oft sehr unterschiedlich, zwischen einem Duzend und über zwei Duzend. Jede Gruppengröße hat ihren eigenen Charme und passt dann auch als Erfahrungsraum.

Finden Vorgespräche statt, z.B. über die Erwartungen der Teilnehmer (um Prävention zu betreiben)?

Nein. Es sei denn, es wird erfragt - so wie jetzt hier. Prävention ist nicht nötig und möglich, denn das, was jeden Menschen erwartet, ist nicht zu vermeiden: Zuerst der Rest des Lebens und dann - so sicher wie das Amen in der Kirche - der Tod.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die meisten in eine (Gruppen)Harmonie einfinden und sich in dem fremden Rahmen öffnen können.

Eine Gruppenharmonie entsteht nur, wenn sich wirklich ausnahmslos ALLE für den fremden Rahmen öffnen können. Dies war bislang bei jedem unserer Seminare der Fall.
Deine Frage ist vielleicht aber eher: "Was passiert, wenn ich mich nicht für den fremden Rahmen öffnen kann...?"

Das sich öffnen wäre ja unter guten Freunden schon schwierig.

Ja, unter "guten Freunden" und auch Partnern sind manchmal so tief eingefahrene Muster, dass die Liebe kaum mehr einen Raum findet. Daher ist es oft erstmal leichter sich mit Hilfe unbekannteren Menschen zu begegnen.

Was ist mit denen, die dies nicht können?

Sie bekommen den Raum dafür es nicht zu können.

Ist der Ablauf eher gruppendynamisch orientiert, also finden bestimmte Dinge z.B. nicht statt, wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas fehlt oder der Rahmen nicht da ist?

Wir haben keinen Ablaufplan in unseren Seminaren. Wir gehen mit dem, was ist.

Gibt es feste Punkte im Ablauf, die schon vorher bekannt gegeben werden können?

Ja, schon: Wir beginnen in der Regel am Mittwoch und Enden am Sonntag.
Aber auch das würde ich nicht für unveränderbar nehmen...
(Sarah weisst mich darauf hin, dass diese Antwort für manche Menschen etwas unkonkret sein könnte. Einen Überblick über unsere 'Seminarbausteine' findest Du hier).

Gab es schon mal schlechte Erfahrungen für Euch oder Teilnehmer? Wie wurde damit umgegangen?

Die Frage kann ich nicht direkt beantworten, weil das Leben nicht einteilbar ist in solcherlei Kategorien (gut/schlecht) Es gibt nur Erfahrungen - und manche davon sind ganz leicht zu nehmen, andere fallen Menschen sehr schwer. Gerade jedoch die schwer-zu-nehmenden Erfahrungen sind die, welche unsere engen Grenzen zu sprengen vermögen.
Wir gehen mit den herausfordernden Erfahrungen genauso um, wie mit den leichteren: Wir geben den Raum, den es braucht, damit sie sich entfalten können. Denn unterdrückte Erfahrungen sind die Wurzel des menschlichen Leids. Und ein offener Raum für freie Erfahrungen ist der zarte Trieb der Heilung.

 

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