|
Eine Ode an das Leben ist vor allem ein Lobgesang dem Tod.
Denn alle Schönheit entspringt nur ihm.
Dort wo zu viel ist, macht er weniger
Dort wo zu dicht ist, macht er dünner.
Ist etwas verbraucht? Er schafft Raum für das unverbrauchte
Steckt etwas fest? Er ist das Schmiermittel des Leben.
Eine Ode an das Leben ist auch eine Liebeserklärung an die Geburt
Denn alle Materie entspringt ihr.
All das Schwere, all das Leid
All die Leichtigkeit, all die Freude.
Die Kiesel am Strand, die Tiere im Wald, Blumen, Menschen und die Luft.
Ist da noch Raum? Sie erfüllt ihn
Ist da etwas gleich? Sie schafft neues.
Eine Ode an das Leben ist ein fein gewebtes Gedicht,
ein Ruhmesgesang an Gevatter Tod und Muttern Geburt.
Doch trenne den Faden auf, der alle Abschnitte zwischen Tod und Geburt,
zwischen Geburt und Tod verbindet und stets findet sich das immer Selbe.
Das Unvergängliche, das Nicht-Sprechbare, das Ewige.
Stets wartet es strahlend und unbefleckt - Das Leben in seiner Schönheit.
Eine Ode an das Leben.
(Dirk Liesenfeld im Sommer 2008)
|